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DFL als Chance für die Frauen-Bundesliga

Deutsche Fußball Liga könnte mittelfristig vom DFB übernehmen

DFL als Chance für die Frauen-Bundesliga

Gehört die Frauen-Bundesliga (hier die amtierenden Titelträgerinnen vom VfL Wolfsburg) bald der DFL an?

Gehört die Frauen-Bundesliga (hier die amtierenden Titelträgerinnen vom VfL Wolfsburg) bald der DFL an? imago images

Als "sehr interessanten Markt" hatte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert bei einem Wirtschaftsgipfel der "Süddeutschen Zeitung" in der vergangenen Woche die Frauen-Bundesliga bezeichnet. Seifert glaube, dass es "mittelfristig sinnvoll sein könnte, darüber nachzudenken, dass eine Organisation wie die DFL sich um die ersten Ligen einer Sportart kümmert, also auch um den Frauenfußball". Bisher ist die Frauen-Bundesliga unter dem Dach des DFB organisiert.

Ein hervorragendes Signal

Siggi Dietrich, Ausschussvorsitzender der 1. und 2. Frauen-Bundesliga

Siggi Dietrich wertet die Aussagen von Christian Seifert als "ein hervorragendes Signal. Sie haben bei mir positive Gedankengänge ausgelöst", beschreibt der Ausschussvorsitzende der 1. und 2. Frauen-Bundesliga seine Gefühlswelt. Dietrich fungiert auch als Generalbevollmächtigter der Eintracht Frankfurt Fußball AG. "Wir müssen offen sein für neue Ideen und brauchen mehr öffentliche Wahrnehmung und regelmäßige Sichtbarkeit", sagt der umtriebige 63-Jährige, der bis zur Auflösung des Klubs im Sommer Manager und Investor des 1. FFC Frankfurt war. Der Frauenfußballklub hat mit der Eintracht fusioniert.

Jegliche Form der Zusammenarbeit möglich

Um die Frauen-Bundesliga für bessere Zukunftschancen richtig etablieren und positionieren zu können, sollten sich der DFB und die Vereine (die mit acht von zwölf Klubs den Lizenzvereinen der Männer-Bundesliga angehören), über alle möglichen Szenarien und Perspektivmodelle austauschen, meint Dietrich. "Dazu gehört auch eine enge und strategische Zusammenarbeit mit der DFL. Nicht zuletzt muss man vor allem in Sachen Vermarktung und Medienpräsenz, aber auch zum Thema Liga-Vergrößerung auf 14 oder 16 Vereine, völlig neue Ziele anstreben und erreichen."

Insofern seien die Signale aus der DFL-Führung "enorm wichtig". Dabei sollen "alle möglichen Modelle" der Zusammenarbeit in Betracht gezogen werden. "Schließlich gilt es für die deutsche Bundesliga als früherer Vorreiter der europäischen Ligen wieder aufzuholen und als Marke für Fans und Sponsoren interessanter zu werden", so der Sportdirektor der Eintracht Frankfurt Fußballerinnen.

Gunnar Meggers