Nationalelf

DFB verteidigt umstrittenen Flug von Stuttgart nach Basel

Empörung im Internet - Bierhoff nimmt Stellung

DFB verteidigt umstrittenen Flug von Stuttgart nach Basel

Bundestrainer Joachim Löw

Für Bundestrainer Joachim Löw und Co. bleibt der Flieger das bevorzugte Verkehrsmittel. picture alliance

Der DFB hat Kritik an dem kurzen Flug der Mannschaft von Stuttgart nach Basel zum zweiten Nations-League-Spiel der Nationalmannschaft gegen die Schweiz (1:1) am Sonntag noch zurückgewiesen. Eine Anreise mit dem Bus sei aus Regenerationsgründen für die Spieler nicht möglich gewesen, da zwei- bis dreistündiges Sitzen ihre Fitness und Gesundheit gefährdet hätten.

Der Zug als Transportmittel sei zudem wegen der Corona-Hygieneregeln nicht infrage gekommen, sagte Pressesprecher Jens Grittner nach der Partie am Sonntagabend gegen die Eidgenossen. Durch das auf der Route nötige Umsteigen hätten die Spieler zu viele Kontakte außerhalb des Mannschaftskreises gehabt.

Der DFB-Tross war am Samstag per Charterflug gereist, statt die rund 240 Kilometer umweltfreundlicher auf Straße oder Schiene zurückzulegen. Dafür gab es bei Twitter und Co. ordentlich Kritik, weil sich der DFB ansonsten stets für Nachhaltigkeit einsetzt. Den knapp 25.000 Amateurvereinen gibt der Verband auch reichlich Ratschläge, mit welchen Maßnahmen zum Umweltschutz beigetragen werden könne.

"Fußball kann man nur in einer intakten Natur spielen", sagte Präsident Fritz Keller, als der DFB der Klimaschutzinitiative der Vereinten Nationen im Januar 2020 beitrat. "Dank der Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen und weiterer Maßnahmen werden wir unsere Anstrengungen für den Umwelt- und Klimaschutz deutlich ausbauen können." Offenbar gibt es da noch Luft nach oben.

Bierhoff: "Wir können die kritischen Stimmen nachvollziehen"

Das wurde zumindest am Montag von Oliver Bierhoff mit etwas Verspätung eingeräumt. "Wir können die kritischen Stimmen nachvollziehen und nehmen die entstandene Diskussion zum Anlass, uns zu hinterfragen, wie wir künftig die wichtigen Aspekte Umwelt und Nachhaltigkeit stärker in unseren Planungen und Entscheidungen berücksichtigen können", nahm der DFB-Direktor Stellung. Dennoch unterstrich er nochmals, dass für die Spieler der Flieger das beste Verkehrsmittel gewesen sei. "Aus Verantwortung gegenüber den Vereinen möchten wir auch alles von unserer Seite tun, damit die Spieler gesund zurückkehren."

tru

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