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DFB-Torwarttrainer Kronenberg: "Respekt vor Umstellung"

Zeit beim SC Freiburg nach mehr als zehn Jahren vorbei

DFB-Torwarttrainer Kronenberg: "Ich habe schon großen Respekt vor dieser Umstellung"

Seit 1. Juli Vollzeit-Torwarttrainer beim DFB: Andreas Kronenberg.

Seit 1. Juli Vollzeit-Torwarttrainer beim DFB: Andreas Kronenberg. IMAGO/Team 2

Als beim SC Freiburg in der vergangenen Woche alle zum Trainingsauftakt zusammenkamen, war Andreas Kronenberg erstmals seit elf Jahren nicht dabei. Zum 1. Juli wechselte der Torwarttrainer vollumfänglich zum DFB - und folgt dort auf prominente Namen, auf zwei Welt- und Europameister.

"Es wäre absurd, mich in irgendeiner Form mit Sepp Maier oder Andreas Köpke vergleichen zu wollen", sagt Kronenberg im Interview auf DFB.de. "Die beiden haben eine ganz andere Vita als ich. Was sie zunächst als Torhüter und später als Torwarttrainer geleistet haben, ist beeindruckend. Als ihr Nachfolger weiß ich also, wie groß diese Aufgabe ist. Aber ich glaube, wenn man das Amt auf seine eigene Art angeht, hinterlässt man ganz automatisch Spuren."

Weniger Zeit auf dem Platz, mehr Reisen und Schreibtisch

Für den 47 Jahre alten Schweizer wird sich nun einiges ändern. "Ich werde künftig nicht mehr täglich zum Training auf dem Platz stehen, sondern verstärkt in Deutschland, aber auch im Ausland unterwegs sein, um mich vor Ort mit unseren Torhütern auszutauschen", erklärt Kronenberg. "Und sicher werde ich auch mehr am Schreibtisch arbeiten und mir verschiedene Spiele auf den unterschiedlichen Videoplattformen ansehen." Er habe "schon großen Respekt vor dieser Umstellung", sei aber auch "gespannt, wie es sich anfühlen wird".

"Die deutsche Mentalität passt besonders gut zu Torhütern"

Kronenberg ist der erste Schweizer auf dem Posten des DFB-Torwarttrainers, seit 1993 lebt der gebürtige Basler aber schon in Deutschland. "Ich bin hier sozialisiert, ich nehme mich nicht mehr als Schweizer unter Deutschen wahr", erzählt er. Dass Deutschland seit jeher viele erfolgreiche Torhüter hervorgebracht hat, kann er sich "nur laienhaft" erklären: "Neben der guten Ausbildung in Deutschland passt die deutsche Mentalität besonders gut zu den Anforderungen an einen Torhüter."

Disziplin und Beharrlichkeit, die Grundtugenden eines Torhüters, seien in Deutschland gesellschaftlich verankert. "Ich sehe sie regelmäßig im Training, wenn unsere Torhüter, die allesamt Weltklasse sind, jede einzelne Einheit hochkonzentriert angehen und sich Dinge bis ins Detail erarbeiten", so Kronenberg. "Wenn du diese Akribie siehst und die Haltung, mit der sie zum Training kommen, dann weißt du, warum sie zur internationalen Spitze gehören."

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cfl

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