Frauen

DFB-Team makellos an die Tabellenspitze - Gwinn am Knie verletzt

Marozsan bereitet gegen Irland vor und trifft selbst

DFB-Team makellos an die Tabellenspitze - Gwinn am Knie verletzt

Dzsenifer Marozsan

Eingenetzt und abgehoben: Dzsenifer Marozsan traf zum 2:0. imago images

Vier Spiele, vier Siege, 31:0 Tore - so lautete die deutsche EM-Qualifikations-Bilanz vor der Partie. In der Tabelle führten jedoch die Irinnen mit 13 Punkten, da sie ein Spiel mehr absolviert hatten.

Es ging also um die Tabellenführung, und das deutsche Team ließ keinen Zweifel an seinen Ambitionen für eine Wachablösung. Bereits in der 8. Minute klingelte es im irischen Kasten: Marozsan brachte die Kugel auf den kurzen Pfosten, wo Hegering lauerte und sehenswert ins kurze Eck einköpfte.

Gwinns Verletzung trübt die Freude

Es ging weiter in eine Richtung: Schüller (12.) und Marozsan (26.) hatten weitere gute Möglichkeiten, ehe Marozsan in ihrem zweiten Versuch zuschlug. Nach einem Doppelpass mit Leupolz zog sie sofort aus 16 Metern ab, das Leder schlug links unten ein (38.). In der 41. Minute schlug auch noch Schüller zu, ihr Volley aus elf Metern war nicht zu halten für Keeperin Hourihan. Eine klasse erste Hälfte des deutschen Teams, die aber wegen Giulia Gwinn getrübt wurde. Die Flügelspielerin musste in der 35. Minute mit einer offebar schweren Knieverletzung ausgewechselt werden, sie wurde umgehend ins Krankenhaus gefahren. "Das sah nicht schön aus, sie ist im Rasen hängengeblieben", sagte Trainerin Martina Voss-Tecklenburg nach dem Spiel. Am Abend twitterte der DFB, dass Gwinn nach einer ersten Diagnose eine Außenband- und Kapselverletzung im rechten Knie erlitten habe. Weitere Untersuchungen erfolgen dann bei ihrem Verein Bayern München.

Überlegenheit auch nach der Pause

Nach der Pause bot sich auf dem Rasen das gleiche Bild: Deutschland war hochüberlegen gegen eine irische Mannschaft, die zwar kämpfte, offensiv aber gar nichts zu bieten hatte. Keine einzige Chance gab es für die Kickerinnen von der Grünen Insel zu verzeichnen.

Doch auch die DFB-Elf tat sich schwer, Chancen zu kreieren. Die beste Chance auf einen vierten Treffer bot sich in der 80. Minute: Hourihan wagte einen Ausflug, der ging gehörig schief. Die Torhüterin verlor das Leder an Huth, die Angreiferin verfehlte aber das leere Tor aus 30 Metern knapp. Eine Irin war noch im Fünfmeterraum gestanden, um zu retten. In der Schlussphase boten sich noch einige Halbchancen, es blieb aber letztlich beim verdienten 3:0-Erfolg.

"Tierische Freude" - nun wartet Montenegro

"Wir sind voller Freude angereist und haben uns tierisch auf das Spiel gefreut", sagte Marozsan nach dem Spiel. "Ich denke, vor allem in der ersten Halbzeit hat man uns die Spielfreude angesehen. Klar hätten wir mehr Tore machen müssen, aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg." Teamkollegin Melanie Leupolz ergänzte: "Es hat total viel Spaß gemacht." Das letzte Länderspiel hatte das deutsche Team im März gegen Norwegen (4:0) im Rahmen des Algarve-Cups absolviert.

Mit dem fünften Sieg übernehmen die deutschen Damen die Tabellenführung der EM-Qualifikationsgruppe, die Europameisterschaft 2022 in England ist damit weiter fest im Visier. Das DFB-Team reist bereits am Sonntag nach Montenegro, wo am Dienstag (16 Uhr/ARD) in Podgorica gegen die Gastgeberinnen das nächste Spiel ansteht.

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