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DFB-Präsident Keller stellt Amt zur Verfügung

Erste personelle Konsequenzen aus der Führungskrise

DFB-Präsident Keller stellt Amt zur Verfügung

DFB-Präsident Fritz Keller kündigte an, sein Amt zur Verfügung  zu stellen.

DFB-Präsident Fritz Keller kündigte an, sein Amt zur Verfügung zu stellen. imago imago

"Präsident Fritz Keller hat aus eigener freier Entscheidung in Verantwortung des Amtes als Präsident seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, nach Abschluss der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht, am kommenden Montag, den 17. Mai 2021, sein Amt zur Verfügung zu stellen", heißt es in der Pressemitteilung. Generalsekretär Friedrich Curtius werde Keller "nach einer Verständigung über eine Aufhebung seines Arbeitsvertrags" unmittelbar folgen.

Die beiden 1. Vizepräsidenten Dr. Rainer Koch und Peter Peters sollen bis zu den nächsten Neuwahlen im Amt bleiben, teilte der DFB mit. Beide werden nach dem Rücktritt von Fritz Keller vorübergehend als gleichberechtigte Interimspräsidenten den Übergang des Verbandes gestalten. Allerdings wird Koch beim nächsten Ordentlichen Bundestag nicht mehr für das Amt des 1. Vizepräsidenten Amateure kandidieren. Dieser findet voraussichtlich zu Beginn des Jahres 2022 statt. Peters dagegen wird als Entsandter der DFL im Amt bleiben.

Keller kündigte seinen Rücktritt für das Ende der Verhandlung vor dem DFB-Sportgericht, am kommenden Montag, den 17. Mai 2021, an. Der Vertrag von Curtius wird aufgelöst, seinen Aufgabenbereich übernimmt vorübergehend die stellvertretende Generalsekretärin Heike Ullrich.

Damit wird sich der schwer angeschlagene Verband in der Führungsetage personell neu aufstellen. Schon seit längerer Zeit galt besonders das Verhältnis zwischen den beiden Intimfeinden Keller und Curtius als extrem belastet, eine Zusammenarbeit kaum mehr vorstellbar. Ende April kam es dann auf einer Präsidiumssitzung zu einer neuen Stufe der Eskalation, als Keller Koch mit dem Nazi-Richter Roland Freisler verglichen haben soll. Freisler war als Teilnehmer an der Wannseekonferenz einer der Verantwortlichen für die Organisation des Holocaust und später Präsident des berüchtigten Volksgerichtshofes, wo er etwa 2600 Todesurteile verhängte.

Nach Nazi-Vergleich: Regional- und Landesverbände entziehen Keller das Vertrauen

Daraufhin war Keller von den Präsidenten der Regional- und Landesverbände auf einer außerordentlichen Konferenz am ersten Maiwochenende das Vertrauen entzogen worden, die Landesfürsten forderten den DFB-Präsidenten zum Rücktritt auf. Und auch Generalsekretär Curtius wurde nahegelegt, sein Amt niederzulegen. Keller ließ zunächst am vergangenen Freitag in einem über die DFB-Website veröffentlichten Statement verlauten, dass er nicht an einen Rücktritt denke. Nun stellt er sein Amt doch zur Verfügung.

Über den SC Freiburg zum DFB

Keller, der im Hauptberuf als Gastronom, Hotelier und Winzer tätig ist, übernahm im Jahr 1994 eine erste Funktionärstätigkeit beim SC Freiburg. Später wurde er beim SCF Vorsitzender und Präsident. Im September 2019 wurde er einstimmig zum DFB-Präsidenten gewählt.

jer

Fritz Keller war die Nummer 13: Die bisherigen DFB-Präsidenten