WM

DFB-Kongress: Katar und FIFA wegen WM massiv in der Kritik

Katars Botschafter verteidigt sein Land

DFB-Kongress: Katar und FIFA massiv in der Kritik

Das Turnier steht im weltweiten Fokus.

Das Turnier steht im weltweiten Fokus.

Bei dem Menschenrechtskongress auf dem Campus des DFB in Frankfurt/Main wurde der Druck von vielen Seiten auf das Emirat und die FIFA erhöht. Auch die Rolle des DFB wurde dabei kritisch hinterfragt.

Konkret forderte die Gewerkschaft Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI) von der FIFA die Einrichtung eines Entschädigungsfonds in Höhe von 440 Millionen US-Dollar für die Angehörigen von Arbeitern, die auf WM-Baustellen gestorbenen sind oder verletzt wurden. DFB-Präsident Bernd Neuendorf unterstützte die Einrichtung eines solchen Fonds.

Forderung: DFB muss auf jegliche Gewinne verzichten

Das Fanbündnis "Unsere Kurve" verlangte vom DFB, dass er "Teil reiner progressiven Allianz" werden muss, damit sich die Anhänger "künftig auf solche Fußball-Feste wieder freuen" könnten.

Zudem müsse der Verband auf jegliche WM-Gewinne verzichten, um sich nicht an der Großveranstaltung zu bereichern. Alle Gewinne sollten den "Entrechteten" zur Verfügung gestellt werden.

Katars Botschafter zieht Vergleich mit Russland

Katars Botschafter Abdulla Bin Mohammed bin Saud Al-Thani verteidigte sein Land. Katar sei auf dem "richtigen Weg", brauche aber "noch Zeit" und hat einen einen fairen Umgang mit seinem Land als Gastgeber eingefordert und einen Vergleich zu Russland als Turnierausrichter 2018 gezogen. "Wenn wir vier Jahre zurückgehen, war die WM in einem Land, die Krim war gerade eingenommen, Menschen im Gefängnis, unterdrückte Menschen, und da war keine Aufmerksamkeit aus Deutschland und nicht aus irgendeinem anderen Land in Europa", sagte Abdulla Mohammed al Thani. Sein Land stehe seit zwölf Jahren im Fokus und habe viele Veränderungen angestoßen.

Die Situation in Katar sei "noch nicht perfekt", räumte der Botschafter ein, der Wandel brauche Zeit. "Es ist nicht bei 100 Prozent, es ist eine Reise", sagte er. Auch in Deutschland hätte zum Beispiel das Thema Gleichberechtigung von Mann und Frau viele Jahre in Anspruch genommen. Al Thani wünschte sich von Deutschen, die in Katar waren - wie dem Rekordmeister Bayern München nach seinen traditionellen Wintercamps -, von ihren positiven Erfahrungen zu berichten: "Sagen sie es öffentlich oder halten sie den Mund", formulierte der Diplomat in ungewöhnlich klarer Wortwahl.

tru, sid, dpa

Die Wüsten WM - Katar 2022