Frauen

DFB-Frauen vor schwerer Aufgabe Irland - und weiter gegen Missstände

Torhüterin Schult über Frauen-Fußball im Allgemeinen

DFB-Frauen vor schwerer Aufgabe Irland - und weiter gegen Missstände

Martina Voss-Tecklenburg ist DFB-Bundestrainerin.

Greift wieder mit der deutschen Frauen-Nationalmannschaft an: DFB-Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg imago images

Viermal ist die deutsche Frauen-Nationalmannschaft bislang auf eine irische Auswahl getroffen - und hat dabei eine starke Bilanz aufgestellt: vier Siege, 9:2 Tore.

Doch Vorsicht ist geboten, was einerseits die Tabellenkonstellation in Gruppe I verrät (13 Punkte nach fünf Spielen, ein Zähler mehr als Deutschland) - und andererseits die Aussage von Diane Caldwell unterstreicht. Die Vizekapitänin der Irinnen und Spielführerin beim Bundesligisten SC Sand sagt im Vorfeld des Duells dem DFB: Die erste große Turnier-Endrunde "ist unser Ziel. Das wäre ein großer Moment für unser Land. Es wäre auch für unsere Mannschaft, unsere Generation und den Frauenfußball in Irland von großer Bedeutung. Jetzt sind wir ganz nah dran." Die 32-jährige Abwehrfrau hängt an: "Das ist die stärkste Mannschaft, die Irland je hatte."

Spielersteckbrief Schult
Schult

Schult Almuth

Spielersteckbrief Hegering
Hegering

Hegering Marina

Spielersteckbrief Caldwell
Caldwell

Caldwell Diane

Bayern München - Vereinsdaten
Bayern München

Gründungsdatum

27.02.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

VfL Wolfsburg - Vereinsdaten
VfL Wolfsburg

Gründungsdatum

12.09.1945

Vereinsfarben

Grün-Weiß

Deutschland - Vereinsdaten
Deutschland
SGS Essen - Vereinsdaten
SGS Essen

Gründungsdatum

01.06.2000

SC Sand - Vereinsdaten
SC Sand

Gründungsdatum

11.08.1946

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Irland - Vereinsdaten
Irland
EM-Qualifikation Frauen - 7. Spieltag
EM-Qualifikation Frauen - Tabelle - Gruppe I
Pl. Verein Punkte
1
Deutschland Deutschland
18
2
Irland Irland
13
3
Ukraine Ukraine
9

"Wir müssen liefern"

Das sieht auch DFB-Coach Martina Voss-Tecklenburg so. Auf der digital veranstalteten Spieltagspressekonferenz hat die 52-Jährige am Freitag gesagt: "Wir wissen, was auf uns zukommt. Wir müssen und wollen liefern."

Ihre Abwehrchefin Marina Hegering freut sich derweil auf ihre Rückkehr nach Essen. Schließlich hat die 30-Jährige aus Bocholt vor ihrem Wechsel zum FC Bayern München in diesem Sommer drei Jahre für den Bundesligisten SGS Essen gespielt. "Es ist schon ein bisschen wie nach Hause zu kommen. Ich kenne das Stadion sehr gut", so die Innenverteidigerin. Dass noch keine Zuschauer dabei sein können, sei zwar "sehr schade", aber "trotzdem freuen wir uns, dass wir als Mannschaft mal wieder ein Länderspiel machen dürfen".

Dabei kann Bundestrainerin Voss-Tecklenburg, kurz "MVT", auf die volle Kapelle bauen: "Alle 23 Spielerinnen sind gesund und spielfähig. Sie haben im Training in dieser Woche große Spielfreude gezeigt - und ich hoffe, dass sie diese mit in die Partie nehmen können."

Schult: "Noch nicht modern genug im Kopf"

Almuth Schult

Arbeitet an ihrem Comeback und hat etwas zu sagen: Wolfsburgs Torhüterin Almuth Schult. imago images

Was die Frauen-Nationalmannschaft darüber hinaus beschäftigt, ist das seit jeher bekannte Problem und Dilemma mit der neutralen Begeisterung bezüglich Frauen-Fußball. Das hat im Vorfeld der EM-Quali nun nochmals Wolfsburgs und Deutschlands Stammtorhüterin Almuth Schult angesprochen, die nach ihrer Schulterverletzung und der Geburt von Zwillingen inzwischen ihr Comeback wieder in Angriff genommen hat

Im Interview für das "Magazin gold" der Deutschen Sporthilfe äußert sich die 29-Jährige wie folgt: "Wir feiern jetzt das Jubiläum '50 Jahre Frauenfußball', zuvor war er verboten. Bei vielen ist der Frauenfußball noch nicht modern genug im Kopf, weswegen die Leute sich nicht nachhaltig dafür interessieren. Zum Teil stehen auch in Vereinen und Verbänden noch ehrenamtliche, 60- oder 70-jährige Entscheidungsträger an der Spitze, die nicht mit dem Frauenfußball aufgewachsen sind und ihn vielleicht deswegen nicht fördern."

Kaum jemand kann aus dem Stegreif drei aktuelle Fußball-Nationalspielerinnen nennen.

Almuth Schult

Und weiter: "In den Traditionsvereinen steckt ein riesiges Potenzial, um in die Köpfe der Fans zu kommen. Als Schalke 04 zum Beispiel entschieden hat, eine Frauenmannschaft aufzumachen, konnten sie sich vor Anmeldungen nicht retten. Mädchen und Frauen, die für Schalke leben, sind Hunderte von Kilometern gefahren, nur um einmal dort ein Probetraining zu absolvieren. Zu viele große Vereine haben noch keine Frauenabteilung."

Ein Problem sei außerdem auch, "dass die Menschen unsere Gesichter nicht kennen. Kaum jemand kann aus dem Stegreif drei aktuelle Fußball-Nationalspielerinnen nennen. Vor der WM 2019 gab es deshalb die Werbekampagne 'Weißt Du eigentlich, wie ich heiße?' Das kam gut an. Aber dafür braucht es eben auch mehr Präsenz in den Medien über die Weltmeisterschaft hinaus - im TV, in den Zeitungen, Magazinen und Online-Portalen."

mag

Die internationalen Trikots für die Saison 2020/21