Nationalelf

"Human Rights": DFB-Elf setzt gegen Island Zeichen für Menschenrechte

Aktion vor Anpfiff gegen Island

DFB-Elf setzt Zeichen für Menschenrechte: "Wir ignorieren das nicht"

In Großbuchstaben: Die deutschen Nationalelf sendete vor dem Anpfiff gegen Island ein Zeichen - wohl Richtung Katar.

In Großbuchstaben: Die deutschen Nationalelf sendete vor dem Anpfiff gegen Island ein Zeichen - wohl Richtung Katar. imago images

Kurz nach der Hymne zogen die elf Spieler, die Joachim Löw in die Startelf beordert hatte, ihre Trainingsjacken aus und präsentierten jeweils einen großen Buchstaben auf ihrem Shirt darunter. Diese Buchstaben ergaben den Begriff "Human Rights", Menschenrechte also.

Die Aktion war als Signal Richtung Katar gemeint. Der Gastgeber der WM 2022 steht seit Jahren wegen seiner Menschenrechtslage in der Kritik. Zuletzt hatte der "Guardian" berichtet, dass in den letzten zehn Jahren bei Bauarbeiten 6500 Gastarbeiter gestorben seien.

Goretzka: "Die Buchstaben haben wir auch selber draufgeschrieben"

"Wir haben in der Mannschaft darüber gesprochen", sagte Torschütze Leon Goretzka dazu nach dem 3:0-Sieg gegen Island bei RTL und fügte mit Blick auf die Zustände in Katar an: "Wir möchten der Gesellschaft klar machen, dass wir das nicht ignorieren, sondern klar sagen, was für Bedingungen da herrschen müssen."

Die Aktion sei "gemeinsam" zwischen Spielern und DFB entstanden, so Goretzka. "Die Buchstaben haben wir auch selber draufgeschrieben. Ich glaube, dass man solche Momente nutzen kann. Wir haben da eine große Reichweite." Man habe ein "Zeichen für die Werte" setzen wollen, "für die wir stehen. Das war heute eindeutig."

Am Mittwochabend hatte die norwegische Nationalmannschaft um BVB-Torjäger Erling Haaland unmittelbar vor dem WM-Qualifikationsspiel auf Gibraltar (3:0) bei der Hymne T-Shirts mit der Aufschrift "Human rights On and off the pitch" (Menschenrechte auf und neben dem Spielfeld) getragen. Die FIFA erklärte am Donnerstag, dass sie dafür keine Sanktionen aussprechen wird.

jpe