Bundesliga

Devante Parker: Frühes Karriereende eines Mainzer Eigengewächses

Sportinvalidität nach zwei Kreuzbandrissen

Devante Parker: Frühes Karriereende eines Mainzer Eigengewächses

Bei seinem Bundesliga-Debüt im Duell mit Hannovers Hiroki Sakai: Devante Parker (r.).

Bei seinem Bundesliga-Debüt im Duell mit Hannovers Hiroki Sakai: Devante Parker (r.). imago images

"Wenn einer mit 24 Jahren seine Karriere beenden muss, dann ist das ein ganz tragischer Fall. Für jemand, der so viele Ziele und Träume hat, der so nah dran war in der Bundesliga und den U-Mannschaften des DFB, ist das unheimlich schade. Devante ist ein ganz feiner Junge, er war ein unglaublich talentierter Spieler und hatte eine vielversprechende Karriere vor sich. Es tut mir weh für ihn", sagt Marcus Sorg, der Co-Trainer der Nationalmannschaft, der Parker in der U 19 des DFB betreute.

Im August 2014 durfte sich Parker sehr berechtigte Hoffnungen auf eine Karriere im Profifußball machen. Mit 18 gehörte er zum Bundesligakader von Mainz 05, am 2. Spieltag wechselte ihn der damalige Trainer Kasper Hjulmand in der 82. Minute ein. Davon schwärmt Parker noch heute. "Auf dieses Erlebnis arbeitet man hin. Jeder träumt doch davon, für seinen Heimatverein ein Spiel machen zu dürfen und Profi zu werden. Wenn ich jetzt davon erzähle und zurückdenke, bekomme ich immer noch Gänsehaut. Da fehlen mir auch heute ein bisschen die Worte, weil das Gefühl einzigartig war", sagte er laut Homepage von Mainz 05.

Nach zwei Kreuzbandrissen und insgesamt vier Operationen am rechten Knie ist seit Kurzem klar, dass es im Profisport nicht mehr weitergeht. Parker wurde als Sportinvalide anerkannt. In Stuttgart absolviert er derzeit ein Praktikum bei einem Unternehmen, das für die Durchsetzung des Rechts von Profisportlern nach erlittenen Verletzungen kämpft oder Rentenansprüche geltend macht.

"Bis zum März dieses Jahres habe ich in der Reha alles versucht. Dennoch habe ich gemerkt: Ich komme nicht voran. Das Knie war okay, hat sich gut angefühlt, aber an 100 Prozent Leistungssport war nicht zu denken. Letztendlich war die Erkenntnis aber das Ergebnis eines längeren Prozesses, das entscheidet man nicht von heute auf morgen", so Parker.

Michael Ebert