Weltmeisterschaft

Handball-WM 2023: Deutschland verliert - Frankreich wartet

Norwegen beweist den längeren Atem

Jetzt wartet Frankreich: Deutschland verliert erstmals bei der WM

Seine Tore waren nicht genug: DHB-Spielmacher Juri Knorr.

Seine Tore waren nicht genug: DHB-Spielmacher Juri Knorr. imago images

Nach fünf Siegen aus fünf WM-Spielen kamen am Montagabend zwei Serien auf den Prüfstand: Sowohl Deutschland als auch Norwegen hatten sich bei der Endrunde in Polen bis dato schadlos gehalten - und trafen nun aufeinander. Bundestrainer Alfred Gislason hatte angedeutet, ein wenig rotieren zu wollen. In der ersten Sieben fanden sich dann auch Wolff-Vertreter Joel Birlehm und Linksaußen Rune Dahmke wieder. Christoph Steinert deckte für Kai Häfner.

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Es war ein temporeicher Start ins Spiel, Norwegen ließ sich die Strapazen der letzten Tage zu keinem Zeitpunkt anmerken. Auf deutscher Seite hielt vor allem ein Spieler dagegen: Mittelmann Juri Knorr übernahm erneut Verantwortung und traf haufenweise richtige Entscheidung. Sieben Tore in nur 30 Minuten (bei acht Würfen) waren mitverantwortlich dafür, dass Deutschland nicht abreißen lassen musste. Auch Linksaußen Dahmke (vier Tore bei fünf Versuchen) fügte sich überragend ein.

Norwegen extrem variabel

Norwegen fand allerdings auf unterschiedlichste Arten Wege durch die deutsche Abwehr. Mal räumten die Skandinavier clever über die Außen ab, mal brach Sander Sagosen durch, mal wurde der Kreis bedient, mal knallte Sander Överjordet einen Ball aus dem Rückraum ins Netz. Weil Birlehm kaum eine Hand dran bekam, wechselte Gislason auf Wolff.

Eine Entscheidung, die sich auszahlen sollte: In seiner polnischen Wahlheimat lief der deutsche Nationalkeeper sofort heiß, parierte mitunter zwei Siebenmeter. Zur Pause führten dennoch die abgezockten Norweger mit zwei Toren (18:16).

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Wolff im Fernduell mit Bergerud

Mit dem Seitenwechsel brachte Norwegens Trainer Jonas Wille Keeper Torbjörn Bergerud (einst in Flensburg) für den vor der Pause starken Kristian Säveras (Leipzig). Eine kluge Entscheidung: Der mittlerweile in Kolstad beschäftigte Torhüter brachte die DHB-Auswahl schon in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff regelmäßig zur Verzweiflung. Wolff stand dem allerdings in nichts nach, weswegen der Europameister von 2016 tatsächlich auf 19:20 verkürzen durfte.

Bergerud ließ rasch die Paraden sechs und sieben folgen, ein perfekter Pass auf Göppingens Kevin Gulliksen und schon führten die Skandinavier wieder mit zwei Toren Vorsprung (22:20, 44.). In der Schlussviertelstunde drohte die Partie den Norwegern dann allerdings zu entgleiten.

Über Kreisläufer Jannik Kohlbacher kam die DHB-Auswahl kontinuierlich zum Erfolg und führte plötzlich. In der Crunch Time wurde Keeper Bergerud allerdings zum Entscheider: Mit seiner zwölften Parade nahm er Dahmke den nächsten freien Wurf weg - die Skandinavier führten da mit 27:25 (59.). Norwegen gewann mit 28:26, Bergerud wurde kurz darauf völlig zu Recht als "Man of the Match" ausgezeichnet.

Nach der ersten Niederlage im sechsten WM-Spiel wartet im Viertelfinale am Mittwochabend (20.30 Uhr) Rekordweltmeister Frankreich auf die deutsche Mannschaft. Norwegen bekommt es zweieinhalb Stunden zuvor mit Spanien zu tun.

Deutschland - Norwegen 26:28 (16:18)

Deutschland: Birlehm (Rhein-Neckar Löwen), Wolff (KS Kielce) - Knorr (Rhein-Neckar Löwen) 8/1, Dahmke (THW Kiel) 4, Golla (SG Flensburg-Handewitt) 3, Kohlbacher (Rhein-Neckar Löwen) 3, Groetzki (Rhein-Neckar Löwen) 2, Witzke (SC DHfK Leipzig) 2, K. Häfner (MT Melsungen) 1, Köster (VfL Gummersbach) 1, M'Bengue (Bergischer HC) 1, Steinert (HC Erlangen) 1, Ernst (SC DHfK Leipzig), Mertens (SC Magdeburg), Ph. Weber (SC Magdeburg)
Norwegen: Bergerud, Säveras - Johannessen 5, Björnsen 3, O'Sullivan 3, Reinkind 3, Sagosen 3, Överjordet 3, Barthold 2/1, Gullerud 2, Överby 2, Gulliksen 1, Röd 1, Aga Eck, Blonz, Thorsteinsen Toft
Schiedsrichter: Boris Milosevic (Kroatien)/Matija Gubica (Kroatien)
Zuschauer: 4100
Strafminuten: 4 / 8
Disqualifikation: Witzke (53.) / -

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