Tennis

Wimbledon: Jule Niemeier schlägt Lokalmatadorin glatt

Wimbledon: Dortmunderin lässt sich nicht aus der Ruhe bringen

Deutsches Duell im Viertelfinale: Niemeier schlägt Lokalmatadorin glatt

Faire Verliererin: Heather Watson gratuliert Jule Niemeier zum Sieg.

Faire Verliererin: Heather Watson gratuliert Jule Niemeier zum Sieg. AFP via Getty Images

Auf dem Centre Court gegen eine Britin - Niemeier war um ihre Aufgabe nicht unbedingt zu beneiden. Doch die Dortmunderin wirkte erstaunlich abgezockt, entpuppte sich als die bessere Spielerin. Mit ihrem starken Aufschlag, der schnellen Vorhand und variablem Spiel dominierte die Weltranglisten-97. das Geschehen. Per feinem Vorhandstopp sicherte sie sich nach nur 27 Minuten den ersten Satz mit 6:2.

Auch im zweiten Durchgang fand Watson kaum ein Mittel gegen das druckvolle Spiel Niemeiers. Beim Stand von 5:4 schlug die 22-Jährige zum Matchgewinn auf, zeigte zwar erstmals Nerven, nutzte aber letztlich ihren dritten Matchball. Nach den 76 Spielminuten ließ sie den Schläger fallen und blickte fast schon ungläubig ins weite Rund. Erst nach einigen Sekunden realisierte sie ihren Erfolg, und ein Lächeln flog über ihre Lippen.

Niemeier entschuldigt sich für den Sieg

Im Interview entschuldigte sich Niemeier erst einmal, dass sie ein britische Spielerin aus dem Turnier gekickt hatte. Vor der Partie standen zahlreiche Ex-Champions wie Roger Federer, Stefan Edberg, Chris Evert und auch Angelique Kerber bei der 100-Jahres-Feier des Centre Court auf dem Rasen. "Ich wollte die Show nicht schauen, weil ich ziemlich nervös war", gestand Niemeier. "Ich habe Punkt für Punkt gespielt, und das ist gut gelaufen." Sie sei "superstolz" auf sich.

Für Niemeier ist es erst das zweite Grand-Slam-Turnier ihrer Karriere, im Mai hatte sie erstmals den Sprung unter die Top 100 der Weltrangliste geschafft. Für den Einzug ins Viertelfinale bekommt sie 310.000 Pfund, jedoch keine Punkte fürs Ranking, die nach dem Streit um den Ausschluss der russischen und belarussischen Spielerinnen und Spieler in diesem Jahr nicht vergeben werden.

Somit kommt es nun zu einem deutschen Duell im Viertelfinale. Denn auch Tatjana Maria gewann ihr Spiel gegen Jelena Ostapenko in drei Sätzen.

Jabeur könnte im Halbfinale warten

Die Weltranglisten-Zweite Ons Jabeur aus Tunesien hat ebenfalls das Viertelfinale erreicht. Die 27 Jahre alte Gewinnerin des Vorbereitungsturniers in Berlin setzte sich am Sonntagabend mit 7:6 (11:9), 6:4 gegen die Bezwingerin von Angelique Kerber, Elise Mertens aus Belgien, durch. Jabeur ist nicht nur durch das Aus der topgesetzten Iga Swiatek aus Polen eine der großen Titelfavoritinnen und hat im Turnier noch keinen Satz verloren.

Die 27-Jährige trifft nun in der Runde der besten Acht auf die vier Jahre jüngere Tschechin Marie Bouzkova, die überraschend erstmals in ihrer Tennis-Karriere in einem Grand-Slam-Viertelfinale steht. Bouzkova gewann gegen die Französin Caroline Garcia 7:5, 6:2. Die Siegerin der Partie zwischen Jabeur und Bouzkova trifft auf Jule Niemeier oder Tatjana Maria, die sich im deutschen Duell gegenüberstehen.

las, dpa