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Deutscher Gegner: Abwehrbollwerk oder Hüninnen?

WM-Achtelfinale: USA werden von Spanien gefordert

Deutscher Gegner: Abwehrbollwerk oder Hüninnen?

Wer darf gegen Deutschland spielen? Amanda Ilestedt (Schweden, links) oder Janine Beckie (Kanada).

Wer darf gegen Deutschland spielen? Amanda Ilestedt (Schweden, links) oder Janine Beckie (Kanada). imago images

Am Sonntagabend lieferten sich Gastgeber Frankreich und Brasilien einen Thriller auf hohem Niveau. Letztlich setzten sich die Französinnen knapp nach Verlängerung mit 2:1 durch. In der nächsten Runde bahnt sich das nächste hochklassige Spiel von Les Bleues an, denn WM-Geheimfavorit Spanien fordert den Topfavoriten aus den USA heraus.

Spanien mit Vorteil trotz mittelmäßiger Form

Während die Amerikanerinnen äußerst souverän mit der maximalen Punkteausbeute und einem Torverhältnis von 18:0 durch die Vorrunde spazierten, bekleckerten sich die Spanierinnen im bisherigen Turnierverlauf nicht gerade mit Ruhm. Gegen Südafrika drehten sie erst spät einen Rückstand, dann folgten die Niederlage gegen Deutschland und das torlose Remis gegen China.

Auch wenn die Turnierform noch nicht ganz passt, hat La Furia Roja einen Vorteil - während die USA nach dem letzten Gruppenspiel nur drei Tage Pause hatte, konnte sie sechs Tage regenerieren. Für USA-Außenverteidigerin Crystal Dunn ist dies kein Nachteil: "Wir sind ein belastbares Team und bereit." Ein direktes Duell beider Nationen gab es bislang lediglich einmal im Januar dieses Jahres. Dabei setzten sich die Amerikanerinnen knapp mit 1:0 durch einen Treffer von Christen Press durch.

Die Stärken der möglichen Deutschland-Gegner

Dank des 3:0-Erfolgs über Nigeria am Samstag kann die deutsche Nationalmannschaft ähnlich entspannt wie Gastgeber Frankreich die Partie der beiden möglichen Viertelfinalgegner verfolgen. Schon vor dem Spiel zwischen Schweden und Kanada steht fest: Die Spielerinnen von Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg bekommen es entweder mit einem Abwehrbollwerk oder mit Hüninnen zu tun.

Das abschließende Gruppenspiel zwischen Kanada und der Niederlande (1:2) war für die Nordamerikaner ein Novum: Erstmalig fingen sie sich in diesem Jahr zwei Gegentreffer in einer Partie. In den elf Spielen zuvor kassierte die Mannschaft um Torhüterin Stephanie Labbé lediglich ein einziges Gegentor. Dabei trafen die Kanadierinnen immerhin auf Spanien (0:0) und England (1:0).

Schwedinnen haben Größenvorteile

Labbé selbst warnt vor der Körperlichkeit des skandinavischen Gegners: "Wir wissen, dass die schwedischen Spielerinnen allgemein groß sind. Es wird also darum gehen, die Duelle in der Luft zu gewinnen." Und in der Tat: Selbst im Vergleich mit den als groß geltenden deutschen Spielerinnen haben die Schwedinnen klare Größenvorteile. Im Startelfvergleich der jeweils vergangenen Partie haben gleich sechs Feldspielerinnen mindestens die Länge der beiden größten Deutschen, Alexandra Popp und Verena Schweers (1,74 Meter).

Marina Hegering ist egal, wer das Achtelfinale für sich entscheidet, wie sie der "Sportschau" sagte: "Wir werden unsere Leistung im Turnier sicherlich weiter bestätigen. Wir müssen vor niemandem Angst haben." Mitspielerin Lea Schüller stimmte ihr zu, hat aber eine leichte Präferenz: "Es ist mir eigentlich egal, aber es wäre natürlich gut, wenn eine europäische Mannschaft vorher rausfliegt", da sich nur die drei besten europäischen Teams für Olympia 2020 in Tokyo qualifizieren. So oder so: Will Deutschland die Teilnahme sichern, wäre auch ein Viertelfinalerfolg mit hoher Wahrscheinlichkeit vonnöten - egal gegen wen.

mxb