Olympia

Deutsche Reiter, der "Achter" und Stäbler: Acht große Duelle bei Olympia

100-Meter-Finale der Frauen verspricht Hochspannung

Deutsche Reiter, der "Achter" und Stäbler: Acht große Duelle bei Olympia

Wer macht das Rennen? Isabell Werth, der Deutschland-Achter und Frank Stäbler hoffen auf Medaillen.

Wer macht das Rennen? Isabell Werth, der Deutschland-Achter und Frank Stäbler hoffen auf Medaillen. imago images (3)

JUDO: Teddy Riner gegen Hisayoshi Harasawa

Für Gastgeber Japan vielleicht DAS Highlight dieser Spiele. Der Franzose Riner ist der wohl beste Schwergewichtler der Geschichte und will zum dritten Mal in Serie Olympiasieger werden. Harasawa ist der stärkste der schweren Jungs aus dem Judo-Mutterland Japan, verlor aber das Finale bei Olympia 2016 gegen Riner und - fast noch schlimmer - bei der WM 2019 im jetzigen Olympia-Austragungsort Nippon Budokan in Riners Abwesenheit. Nun dem Überkämpfer den letzten großen Auftritt zu verderben - das wäre ganz nach dem Geschmack Harasawas.

LEICHTATHLETIK: Shelly-Ann Fraser-Pryce gegen Elaine Thompson-Herah

In nahezu jedem anderen Olympiajahr würde wohl das 100-m-Finale der Männer an dieser Stelle auftauchen, doch das wird diesmal von der Qualität im Frauensprint in den Schatten gestellt. Fraser-Pryce, die Olympiasiegerin von 2008 und 2012, ist trotz ihrer 34 Jahre in dieser Saison auf Platz zwei der "ewigen" Bestenliste gerannt (10,63). Thompson-Herah, Olympiasiegerin 2016, lief mit 10,71 ebenfalls brutal schnell. Weil auch in Abwesenheit von Cannabis-Sünderin Sha'Carri Richardson (USA) hinter den beiden Jamaikanerinnen jede Menge Qualität lauert, dürfte dieser Sprint ein Highlight werden.

REITEN: Isabell Werth gegen Jessica von Bredow-Werndl

Wenn alles so läuft, wie es die bisherige Saison vermuten lässt, wird der Kampf um Gold ein deutsches Duell. Hier Isabell Werth, die Queen of Dressage, der mit ihren sechs Gold- und vier Silbermedaillen in der Geschichte der olympischen Reiterei niemand das Wasser reichen kann. Dort Jessica von Bredow-Werndl, die Olympia-Debütantin, die Werth in den letzten Wochen ungewohnt oft das Nachsehen gab. Das Duell der beiden starken Amazonen ist auch eines ihrer Pferde: Bella Rose, die vierbeinige Göttin der Dressur, gegen Dalera, die hochelegante Tänzerin.

RINGEN: Frank Stäbler gegen Ismael Borrero Molina

Die Abreibung vom September 2019 verfolgt Frank Stäbler immer noch. "So wurde ich noch nie vorgeführt", sagt der dreimalige Weltmeister im griechisch-römischen Stil mit Blick auf die heftigste Niederlage seiner Karriere. Damals lag Stäbler bei der WM in Kasachstan nach 1:38 Minuten 0:11 zurück. Der Achtelfinal-Kampf wurde wegen technischer Überlegenheit des kubanischen Olympiasiegers abgebrochen. Seitdem hat Stäbler einen Traum: "Ich gewinne gegen ihn im Finale - und hole mir meine Revanche."

Mutig, frech, aberwitzig: Kuriose olympische Momente

RUDERN: Deutschland-Achter gegen Großbritannien

Die Ruderer aus dem Deutschland-Achter schlüpfen in die Jäger-Rolle, in Tokio ist das Paradeboot nicht der Top-Favorit. Es dürfte ein ungewohntes Gefühl für die Crew um Schlagmann Hannes Ocik sein. Nach Jahren voller Erfolge schwächelte das deutsche Flaggschiff ausgerechnet in der Olympia-Saison, Dauerkonkurrent Großbritannien schlug eiskalt zu. Nun könnte sich das spektakuläre Duell fortsetzen. Bei den Spielen 2012 in London schlug der Deutschland-Achter die Briten, vier Jahre später siegte Großbritannien deutlich in Rio.

SCHWIMMEN: Florian Wellbrock gegen Gregorio Paltrinieri

Der Olympiasieger aus Italien spannt auf Instagram demonstrativ die Muskeln an - Gregorio Paltrinieri will zeigen: Ich bin fit. Weil er an Pfeifferschem Drüsenfieber erkrankte, ist nicht ganz klar, ob es wirklich das eigentlich erwartete dreifache Duell mit dem deutschen Doppel-Weltmeister gibt. Über 800 und 1500 m Freistil im Becken ist der Italiener ebenso der größte Rivale von Florian Wellbrock wie über zehn Kilometer im Freiwasser. Bei der WM vor zwei Jahren siegte der Magdeburger zweimal, Paltrinieri einmal.

TENNIS: Ashleigh Barty gegen Naomi Osaka

Die frischgekürte Wimbledonsiegerin und Weltranglistenerste geht tatsächlich ein Stück weit als Außenseiterin in das olympische Tennisturnier. Einen Grand-Slam-Titel hat die 25-jährige Australierin Ashleigh Barty auf Hartplatz noch nicht gewonnen, das ist Naomi Osakas Revier. Die Weltranglistenzweite kommt als Champion der Australian Open und US Open, aber sie kommt auch aus einer längeren Pause nach ihrem geräuschvollen Rückzug von den French Open. Osaka muss mit dem großen Druck umgehen, die Goldhoffnung ihrer japanischen Heimat zu sein.

TISCHTENNIS: Timo Boll gegen China

Sie geben einfach nicht auf, die deutschen Tischtennis-Männer: Seit 2004 rütteln Timo Boll und Co. im Mannschafts-Wettbewerb an Chinas Thron, doch in fünf von acht WM-Finals in den vergangenen 17 Jahren sowie im Olympia-Endspiel 2008 und im Halbfinale der Sommerspiele 2012 erwiesen sich die Asiaten als schier unbezwingbare Dominatoren. In Tokio wäre ein erneutes Duell das Traumfinale der beiden bestbesetzten Mannschaften im Turnier. Bundestrainer Jörg Roßkopf hofft einmal mehr auf einen Coup: "Für uns geht es darum, da zu sein, wenn die Chinesen schwächeln."

sid/las