2. Bundesliga

Kommentar zur Walter-Entlassung: Der nächste Nackenschlag für Hitzlsperger

Kommentar zu Walters Aus beim VfB Stuttgart

Der nächste Nackenschlag für Hitzlsperger

Kein glückliches Händchen bei den Trainern: Thomas Hitzlsperger.

Kein glückliches Händchen bei den Trainern: Thomas Hitzlsperger. imago images

Wer eine andere Entscheidung erwartet hatte, der hätte morgen auch auf das leibhaftige Erscheinen des Christkinds gewartet. Das Aus für Tim Walter beim VfB Stuttgart war so vorhersehbar wie der anstehende Jahreswechsel. Die Zeichen waren überdeutlich zu erkennen.

Die Leistungskurve der gesamten Mannschaft zeigte abwärts

Ungeachtet des dritten Tabellenplatzes und der weiterhin vorhandenen Chance auf den Wiederaufstieg muss man feststellen: Die Leistungskurve der gesamten Mannschaft und besonders einzelner Profis, in denen große Erwartungen und Hoffnungen steckten, zeigte kontinuierlich abwärts - wie bei Philipp Klement, Orel Mangala oder Atakan Karazor.

Nur gelegentlich und phasenweise blitzte noch der hochgelobte Offensivfußball Marke Walter auf. Meist ergötzte sich die VfB-Spielweise an frucht- und erfolglosem Ballgeschiebe. Daran konnte auch die immer intakte Moral im Team nichts ändern, die sogar größeren Schaden verhinderte.

Hitzlspergers und Mislintats Reputation droht massiv zu leiden

Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat haben es sich nicht leicht gemacht, hofften lange auf eine Wende, die sie jetzt nicht mehr kommen sahen. Dem Sportvorstand und seinem Sportdirektor ist klar: Nur wenn der Trainerwechsel ins Ziel führt, kommen sie schadlos aus dieser Nummer raus. Sollte es schiefgehen, dürfte ihre Reputation massiv leiden. Ein Bleiben Mislintats wäre fraglich. Hitzlsperger müsste erneut bei null anfangen.

Für den Ex-Nationalspieler hatte das Jahr 2019 nur Nackenschläge parat. Als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums begleitete er den Abstieg des VfB II in die fünftklassige Oberliga, dem Sportvorstand Michael Reschke fahrlässig Vorschub leistete. Als Sportvorstand stieg er mit den Profis ab, hatte kein Glück mit dem langen Festhalten an Trainer Markus Weinzierl, anschließend mit der Wahl von Nico Willig als vermeintlichem Retter und jetzt mit Walter als Erneuerer. Die Kontinuität, die er herstellen wollte, bleibt weiterhin ein Traum.

George Moissidis

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