Bundesliga

Der BVB vertraut Haaland - Moukoko in der Hinterhand

Zorc sieht keinen Bedarf auf der Stürmer-Position

Der BVB vertraut Haaland - Moukoko in der Hinterhand

Youssofa Moukoko und Erling Haaland

Sturm-Hoffnung in Schwarz-Gelb: Youssofa Moukoko (links) und Erling Haaland. imago images (2)

Erst bei 84 Treffern blieb der Zähler stehen, zwei mehr als in der bisherigen Rekordsaison 2015/16. Borussia Dortmund hat sich zuletzt nicht lumpen lassen, was die Produktivität der Offensive angeht. Darauf verweist Michael Zorc als Erstes, wenn man ihn mit der Frage konfrontiert, ob der BVB neben Erling Haaland einen zweiten Stürmer benötigt. "Wir haben in der vergangenen Saison nicht zu wenig Tore geschossen", antwortet der Sportdirektor nur leicht verklausuliert. Soll heißen: Er sieht keinen Bedarf, in der vordersten Linie nachzurüsten.

In der Fanszene wird jetzt heiß diskutiert: Begeben sich die Westfalen in die gefährliche Abhängigkeit eines Einzelkönners im Sturm? Und: Was wird, wenn der eben erst 20 Jahre alt gewordene Haaland einmal durchhängt und sich eine schöpferische Pause nimmt? Unwahrscheinlich, dass er in der kommenden Saison in mehr als 40 Pflichtspielen allein die Kastanien aus dem Feuer holt.

"Gibt gar keinen klassischen Neuner mehr"

Und doch hat Zorc keinen weiteren Stürmer zur Fahndung ausgeschrieben. Dortmund habe zuletzt häufiger in einem Doppelspitzen-System agiert, sagte er, "in diesem Sinne gibt es gar keinen klassischen Neuner mehr". Gegen Hertha BSC (1:0) ließ Trainer Lucien Favre mit Jadon Sancho und Thorgan Hazard attackieren (dahinter: Julian Brandt), gegen RB Leipzig (2:0) und Hoffenheim (0:4) bildeten Haaland und Hazard ein Gespann, jeweils unterstützt von Giovanni Reyna in zentraler Rolle. Die Torausbeute in der Bundesliga verteilte sich auf viele Akteure, neben Haaland allen voran auf Sancho (17), Marco Reus (11), Raphael Guerreiro (8) oder Hazard (7).

In der kommenden Saison wird mit einiger Sicherheit auch Youssofa Moukoko diese Auflistung bereichern. Der schon jetzt vom Boulevard als "Wunderknabe" angehimmelte Stürmer wird mit seinen 15 Jahren zum Nesthäkchen im Dortmunder Kader. Mit seinem 16. Geburtstag am 20. November darf ihn Favre endlich von der Leine lassen. Dass auch er seine Zeit benötigen wird, steht für Zorc außer Frage: "Ich warne vor einer zu großen Erwartungshaltung."

Thomas Hennecke

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