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Kasachstan: Aliaksei Shpilevski holt mit Qairat Almaty den Titel

Kasachstan: Früherer Jugendtrainer des VfB Stuttgart und von RB Leipzig feiert Meisterschaft

Der Traum wird wahr: Shpilevski holt mit Almaty souverän den Titel

Stolzer Trainer: Aliaksei Shpilevski mit der kasachischen Siegertrophäe.

Stolzer Trainer: Aliaksei Shpilevski mit der kasachischen Siegertrophäe. privat

Drei Spieltage vor Saisonende den Titel zu feiern, kennt man hierzulande vor allem vom FC Bayern. In Kasachstan ist dies jetzt Qairat Almaty gelungen. Der Vizemeister des Vorjahres bezwang vor wenigen Stunden Mitkonkurrent Ordabassy Schymkent mit 3:1 und ist nicht mehr von der Tabellenspitze zu verdrängen. "Ich bin überglücklich, dass uns das gelungen ist", erklärt Shpilevski, der im Alter von sechs Jahren mit der Familie aus dem damaligen Weißrussland und heutigen Belarus in die Nähe von Stuttgart gezogen war. Dort spielte Vater Nicolai, ein früherer Juniorennationalspieler Russlands und späterer Auswahlspieler Weißrusslands, für den Regionalligisten 07 Ludwigsburg und wurde anschließend Spielerberater.

Für den 32-jährigen Aloscha, wie Aliaksei genannt wird, ist der Titel mit Qairat das Highlight seiner noch jungen Trainerlaufbahn, die in den Jugendteams des VfB Stuttgart und von RB Leipzig begann. Nach der Vizemeisterschaft im Vorjahr gelang jetzt der Titel, den man bereits vor Saisonbeginn zum Ziel erklärt hatte. Trotz der bis dahin fast schon erdrückenden Dominanz von Serienmeister FC Astana. "Wir haben den Kader auf den Kopf gestellt, haben an der nötigen Mentalität und Professionalität gearbeitet und teilweise auch unangenehme und komplizierte Entscheidungen getroffen", erzählt der Coach, der damit unter anderem auch auf die Ausmusterung einer Reihe altgedienter Quairat-Spieler anspielt.

Glücksgriff Vagner Love

Qairat Almaty

Meister 2020 in Kasachstan: Qairat Almaty. privat

Entscheidungen, die sich auszahlten. Wie auch bei den Neuverpflichtungen, von denen sich Mittelfelddenker Jacek Goralski (28) und der in die Jahre gekommene, aber weiterhin erfolgshungrige Stürmerstar Vagner Love (36) als Glücksgriffe entpuppten. "Alle haben als Kollektiv super funktioniert, haben nie zurückgesteckt und immer an unser Ziel geglaubt", sagt Shpilevski, dessen Team in den zurückliegenden Monaten nur eine Niederlage (0:1 gegen Schachter Qaraghandy) hatte hinnehmen müssen. Die vier direkten Duelle mit den größten Konkurrenten um den Titel, Astana und Tobol Qostanai, wurden gewonnen. "Das war schon große Klasse", so der junge Coach, der vor kurzem auch von Dynamo Moskau umworben worden war.

Nach dem dritten Meistertitel seiner Klubhistorie, dem ersten nach 16 Jahren, steht der neue Titelträger als nächstes vor einer großen internationalen Herausforderung. "Wir freuen uns auf die Champions-League-Qualifikation, der nächste Schritt in unserer Entwicklung", sagt Shpilevski, dessen Kontrakt bis 2021 läuft. Dessen Weg allerdings eines Tages auch zurück in die Bundesliga führen soll.

George Moissidis

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