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Der Traum lebt: Zverev steht im Finale der French Open

Halbfinale, French Open

Der Traum lebt: Zverev steht im Finale der French Open

Geballte Faust: Alexander Zverev.

Geballte Faust: Alexander Zverev. AFP via Getty Images

Nachdem Carlos Alcaraz sich in einem Fünfsatz-Krimi gegen Jannik Sinner ins Finale der French Open gekämpft hatte, richtete sich der Blick auf das zweite Halbfinale zwischen Alexander Zverev und Casper Ruud. Es war die Neuauflage des Vorjahreshalbfinals, das der Norweger klar und deutlich in drei Sätzen mit 6:3, 6:4, 6:0 für sich entschieden hatte.

Ruud war der frischere Spieler, hatte er die Runde der letzten Vier aufgrund des verletzungsbedingten Rückziehers von Novak Djokovic kampflos erreicht. Gegen Zverev legte der Norweger dann auch stark los, wehrte im ersten Spiel einen Breakball ab und holte sich kurz darauf das Break.

Ruud startet bärenstark

Der 25-Jährige spielte einen bärenstarken ersten Satz und hatte diesen nach 36 Minuten mit 6:2 in der Tasche. Ruud war der konstantere Spieler, überzeugte vor allem beim ersten Aufschlag und ließ den fehlerbehafteten Zverev nicht wirklich ins Match.

Das änderte sich aber zu Beginn des zweiten Satzes. Zverev steigerte sich, ging höheres Risiko und belohnte sich gleich mit dem frühen Break. Ruud, der zum dritten Mal in Folge das Endspiel von Roland Garros erreichen wollte (2022 unterlag er Rafael Nadal, ein Jahr später Novak Djokovic), kam ins Grübeln, auch weil der zwei Jahre ältere Hamburger mehr Druck auf Ruuds Rückhand ausübte. Der Lohn dafür war der Satzausgleich.

Zverev schaltet zwei Gänge hoch

Leidender Norweger: Casper Ruud lässt sich zwei Tabletten geben.

Leidender Norweger: Casper Ruud lässt sich zwei Tabletten geben. Getty Images

In Durchgang drei war es wieder offener, wenngleich Ruud enorm arbeiten musste, um seine Aufschlagspiele durchzubringen. Zverev wiederum überzeugte bei eigenem Service, war präzise, suchte die Winkel und ließ seinen Gegner immer wieder laufen. In den ersten sechs Spielen überzeugte der Deutsche mit einer bärenstarken Aufschlagquote von 90 Prozent.

Im fünften Spiel spielte der Deutsche gerade in längeren Rallyes konsequenter, setzte Ruud rasch mit 0:30 unter Druck und kam auch zu Breakchancen. Die erste wehrte der Norweger noch ab, dann aber war eine Vorhand cross mit viel Topspin nicht mehr zu erreichen für den Weltranglistensiebten, der in dieser Phase auch körperliche Probleme hatte und sich phasenweise nur noch über den Platz schleppte.

Ob es etwas Muskuläres war oder Magenschmerzen, war nicht klar zu erkennen - dafür aber, dass Ruud gleich zwei Tabletten verabreicht bekam. Zverev stand da vor der kniffligen Aufgabe, die eigene Konzentration aufrechtzuerhalten und mental nicht abzuschalten. Die Nummer vier der Welt blieb cool und tütete den Satz mit 6:4 ein.

Ruud nahm sich anschließend ein Medical Timeout, kam frisch umgezogen zurück und verlor auf Anhieb sein Service. Zverev befand sich auf Siegkurs, doch dann meldete sich Ruud zurück, der Norweger wirkte wieder frischer und schlug wieder besser auf - offenbar hatten die Tabletten angefangen zu wirken. Zverev hatte aber den Vorteil des Breaks in der Tasche und gab diesen auch nicht mehr her.

Nach 2:35 Stunden nutzte Zverev seien ersten Matchball zum 2:6, 6:2, 6:4 und 6:2, nahm damit für die letztjährige Halbfinalniederlage Revanche und kann also seinen Traum vom ersten Grand-Slam-Sieg weiter träumen. Nach dem verlorenen US-Open-Finale 2020 bietet sich dem derzeit besten deutschen Tennisspieler am Sonntag nun also erneut die Chance, sich seinen großen Traum von einem Major-Titel zu erfüllen. Dafür muss er aber noch mit Carlos Alcaraz ein großes Hindernis überwinden.

drm

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