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Dank Cristiano Ronaldo: Solskjaer in der Dauerschleife

Dank CR7: Manchester United in der Dauerschleife

Der Trainer mit den 100 Leben: Solskjaer legt sich nach Comeback mit Teilen der Fans an

Emotionen gegen Atalanta: Ole Gunnar Solskjaer (li.) und Cristiano Ronaldo.

Emotionen gegen Atalanta: Ole Gunnar Solskjaer (li.) und Cristiano Ronaldo.

Seinen Dauerschleifen-Spruch mit den Deutschen, die am Ende eines Fußballspiels ja doch immer gewinnen, hat Gary Lineker nach Englands EM-Achtelfinale endgültig zur Ruhe gebettet. Am Mittwochabend twitterte Englands wohl berühmtester Fußballexperte seinen Senf zu einer Thematik, die längst auch zu einer Dauerschleife geworden ist.

"Jedes Mal wenn du denkst, dass Oles Hände vom Steuer abgerutscht sind, bekommt er es - aus dem Nichts - irgendwie doch wieder zu greifen", fasste sich Lineker digital an den Kopf, nachdem Manchester United trotz 0:2-Rückstand noch gegen Atalanta Bergamo gewonnen hatte.

Bis es nicht mehr anders geht

Seit der Norweger das Steuer ("the wheel") im Dezember 2018 übernommen hat, scheint der gleiche Ablauf immer wieder von vorne zu beginnen. Zunächst straucheln die Red Devils ein paar Spiele in Folge, sodass sich die Beurlaubung Solskjaers scheinbar kaum noch vermeiden lässt. Bis sie auf schier unglaubliche Weise doch wieder ein wichtiges Spiel gewinnen und den Kopf ihres Trainers dadurch aus der Schlinge ziehen.

Dieser wiederkehrende Ablauf stellt allerdings nicht nur Fans vor die Frage: Was ist dieses Manchester United eigentlich? Darüber ist sich noch nicht mal die Fachwelt einig. "Wir haben gut gespielt", behauptete Solskjaer selbst über die mit 0:2 verlorene erste Hälfte gegen Atalanta, die sein ehemaliger Mitspieler Paul Scholes "äußerst besorgniserregend" fand - und sich gar nicht vorstellen wollte, wie das etwa gegen Liverpool ausgesehen hätte.

Rio Ferdinand hingegen, ein weiterer Experte und ein weiterer ehemaliger Mitspieler, hielt die gelungene Aufholjagd für das "bestmögliche Spiel, mit dem man in ein Wochenende gehen kann". Aus Pfiffen zur Pause waren Jubelrufe nach Schlusspfiff geworden, und beides war irgendwie berechtigt gewesen.

"Manche klappen, manche nicht", erklärte Bruno Fernandes die wilde Streuung seiner Pässe, die sinnbildlich für das Spiel der Red Devils standen. Zwischen Genie und Wahnsinn. Unter Solskjaer wird sich gewissermaßen auf Individualität und glückliche Zufälle verlassen, was die meisten Trainer im modernen Fußball möglichst auszumerzen versuchen. Manchmal klappt es eben, manchmal nicht. Das ist Manchester United im Oktober 2021.

Jetzt muss United in Serie punkten

Mal pfeifende, mal jubelnde Fans, die durch ihre Stimmung am Comeback im Old Trafford wohl nicht ganz unbeteiligt waren, ging Solskjaer nach seinem nächsten Befreiungsakt an. "Sie wissen, dass sie besser sind als das", frotzelte der 48-Jährige in die Richtung aller jenseits der "singenden Sektion"; Kritik an Cristiano Ronaldos Spiel, wenn dieser den Ball nicht hat, trat er noch entschlossener entgegen.

"Wenn ihn jemand für seinen Einsatz und sein Engagement kritisiert, sollte er sich dieses Spiel anschauen", verteidigte Solskjaer seinen Matchwinner - obwohl ihm klar sein dürfte, dass nun wieder drei, vier Partien folgen könnten, die er eher nicht als Beispiel heranführen sollte. Problematisch: Die kommenden Gegner heißen Liverpool, Tottenham, erneut Atalanta und Manchester City. Lediglich ein Triumph könnte dem Trainer mit den 100 Leben da womöglich nicht reichen.

nba

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