2. Bundesliga

Hamburger SV: Der Stillstand im Transfer von Josha Vagnoman

HSV-Aufsichtsrat prüft Budgeterhöhung auch ohne Verkauf des Rechtsverteidigers

Der Stillstand bei Vagnoman

Bleibt vorerst beim HSV: Josha Vagnoman.

Bleibt vorerst beim HSV: Josha Vagnoman. IMAGO/Contrast

Der Boss reist aus dem Trainingslager im österreichischen Bad Loipersdorf wieder nach Hamburg. Jonas Boldt muss am Donnerstag gemeinsam mit seinem Vorstandskollegen Dr. Thomas Wüstefeld zur Aufsichtsratssitzung erscheinen. Ein Tagesordnungspunkt ist das Transferbudget. Denn rasche Einnahmen scheinen nicht in Sicht, die Fronten im Poker um Josha Vagnoman sind verhärtet.

Der wechselwillige U-21-Nationalspieler hatte sich in der vergangenen Woche mit dem VfB Stuttgart über einen Vier-Jahres-Vertrag geeinigt, von Beginn der Transferperiode an aber ein relativ unverhandelbares Preisschild um den Hals gehängt bekommen: Mindestens sechs, mit Nachschlägen sieben Millionen, möchte der HSV für sein Eigengewächs mit gültigem Vertrag bis 2024 erzielen. Diese Höhe mag erstaunen für den Rechtsverteidiger, sie war aber von vornherein bekannt.

Dass die Schwaben nach der Übereinkunft mit dem Spieler dem HSV nur die Hälfte boten und nun öffentlich konstatieren, dass ein Transfer zum aufgerufenen Preis nicht darstellbar sei, hat die Macher in Hamburg verärgert und zur Folge, dass aktuell Stillstand herrscht. Und zwar in alle Richtungen. Denn ohne weitere Einnahmen ist das Transferbudget nach der Verpflichtung von Dresdens Ransford-Yeboah Königsdörffer für 1,2 Millionen Euro vorerst ausgereizt.

Sahiti und Dompé auf dem Zettel

Boldt hat vom Aufsichtsrat die volle Rückendeckung, Vagnoman nicht unter dem intern festgelegten Preis zu verkaufen und somit keinen akuten Handlungsdruck. Stattdessen soll es bei der Sitzung am Donnerstag darum gehen, ob die Kontrolleure weitere Gelder freigeben. Zu Beginn der Transferperiode hatten sich die Räte und der Vorstand darauf geeinigt, den fünften Anlauf Richtung Bundesliga mit aller Macht, also auch mit wirtschaftlicher Power anzugehen.

Geht es nach der sportlichen Leitung, soll noch mindestens ein Flügelspieler kommen: Emir Sahiti von Hajduk Split und Jean-Luc Dompé von Zulte Waregem haben die Verantwortlichen konkret ins Visier genommen. Gibt der Aufsichtsrat grünes Licht, werden die Gespräche intensiviert - auch dann, wenn Vagnoman vorerst ein Hamburger bleibt.

Sebastian Wolff

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