Bundesliga

"Der Retter": Auch Keeper Grabara feiert Winds Erlösung nach 1334 Minuten

Wolfsburgs Torjäger trifft wieder - und will nicht über die Zukunft reden

"Der Retter": Auch Keeper Grabara feiert Winds Erlösung nach 1334 Minuten

Das Ende der Durststrecke: Jonas Wind trifft zum Sieg gegen Bochum.

Das Ende der Durststrecke: Jonas Wind trifft zum Sieg gegen Bochum. Getty Images

Der Ball flipperte durch die Bochumer Abwehrreihe, und dann machte Jonas Wind einfach das, was er doch am besten kann. Abschließen, ein Tor schießen. So simpel - und doch so kompliziert. Seit dem 25. November beim 2:1 gegen Leipzig hatte der Däne, der bravourös in die Saison gestartet war, nicht mehr getroffen. Quälend lange 1334 Bundesligaminuten ohne eigenen Treffer. Und jetzt dieses zehnte Tor dieser Spielzeit im Alles-oder-nichts-Spiel gegen Bochum. "Ein bisschen Pingpong", sagt Wind, "ein schönes Gefühl, ein schöner Tag." Ganz kontrolliert nach dem Spiel, deutlich ausgelassener auf dem nassen Rasen, als er einfach so dahinrutschte, auf dem Bauch liegen blieb, umringt von den jubelnden Teamkollegen. Eine "Out-of-the-body-experience", so beschreibt Wind diesen Moment, in dem er mal kurz seinen Körper verließ und den Emotionen freien Lauf gewährte.

Spielbericht

Hasenhüttls Lob für Wind: "Überragend, ganz große Klasse"

Wind trifft, Wolfsburg jubelt und atmet durch im Abstiegskampf. Dank des Torjägers, der in den vergangenen Monaten seinem zehnten Saisontreffer hinterherlief. "Ich habe alles versucht, habe Vorlagen gegeben", beschreibt der 25-Jährige die komplizierte Phase, "aber ich weiß, dass ich als Stürmer an Toren gemessen werde." Das weiß auch der Trainer Ralph Hasenüttl, früher selbst mal Angreifer. "Für einen Stürmer ist das ein befreiendes Erlebnis, weil man schon zu zweifeln beginnt", sagt der Österreicher, der Wind zuletzt auch auf die Bank gesetzt hatte und ihn nun wieder für die Startelf nominierte. Der es mit dem Tor dankte. "Das macht er überragend, ganz große Klasse."

Lob für Wind kommt auch aus Dänemark, wo ein Mann besonders gespannt auf die Wolfsburger Spiele blickt. Kamil Grabara, Torwart von Winds Ex-Klub FC Kopenhagen, zittert mit seinem künftigen Klub mit. Käme der Schlussmann überhaupt auch in der 2. Liga? Gedanken, die erst einmal wieder beiseite geschoben werden können. "Der Retter", so unterschrieb Grabara am Samstag Winds Post bei Instagram.

Zieht es Wind nach England? Reden will er darüber nicht

Noch ist Wolfsburg zwar nicht endgültig gerettet, und doch stehen die Chancen nun wieder deutlich besser, dass der VfL erstklassig bleibt. Und Wind dann mit Grabara zusammenspielt? Abwarten, der Däne gilt nach seiner Saison mit bislang 18 Scorerpunkten in 30 Spielen als Verkaufskandidat, auch ihn selbst soll es in die Premier League ziehen, wo es diverse Interessenten geben soll. Themen, die den Stürmer am Samstag, am Tag der Erlösung, nicht interessieren. "Wir müssen in der Bundesliga bleiben", sagt er, "über alles andere will ich im Moment nicht sprechen, jetzt zählt nur Wolfsburg."

Thomas Hiete