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DFB-Campus: ein "Benchmark-Projekt" für Spitze und Basis

Offizielle Einweihung vom Deutschen Fußball-Bund

Der neue DFB-Campus: ein "Benchmark-Projekt" für Spitze und Basis

Schick gemacht für die Eröffnung des DFB-Campus: Bundestrainer Hansi Flick (5.v.r.) & Co.

Schick gemacht für die Eröffnung des DFB-Campus: Bundestrainer Hansi Flick (5.v.r.) & Co. IMAGO/Nico Herbertz

Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel erinnerten an die unbeschwerten Tage des Sommermärchens 2006, der Blick auf die Frankfurter Skyline sorgte für eine eindrucksvolle Kulisse. Die Eröffnung des neuen Campus in Frankfurt-Niederrad geriet zu einem gelungenen Festakt für den DFB.

Als "Benchmark-Projekt" lobte der hessische Ministerpräsident Boris Rhein den sich über eine Gesamtfläche von 15 Hektar erstreckenden Gelände. Rhein wortwörtlich: "Wer Weltklasse-Fußball spielt, der braucht auch entsprechende Rahmenbedingungen."

In der neuen Heimat des weltgrößten Sportfachverbandes sollen Administration und Sport unter einem Dach ganz eng zusammenwachsen. Lehrgänge der Nationalmannschaften - den Anfang machten bereits die Frauen in der Vorbereitung auf die anstehende EM in England -, Trainerentwicklung, Schiedsrichter-GmbH, Forschung und Entwicklung im Techlab: All diese Komponenten sollen den Campus ab sofort zu einem permanenten Ort der Begegnung und des Austauschs machen, wovon "nicht nur der Spitzensport, sondern auch die Basis profitieren wird", wie Oliver Bierhoff betont. Den Geschäftsführer Nationalmannschaften und Akademie lobte DFB-Präsident Bernd Neuendorf denn auch als "Taktgeber" und Schlüsselfigur für Planung und Entstehung des Campus.

Flicks Mannschaft kommt nur zum Trainieren

"Ursprünglich haben wir nur von einem Sportplatz geträumt", erzählte Bierhoff zurückblickend auf die ersten Planspiele, die er mit dem damaligen DFB-Sportdirektor und heutigen Bundestrainer Hansi Flick betrieb. Daraus erwachsen ist nun ein Vorzeige-Komplex mit dreieinhalb Naturrasenplätzen, einem Hallenfußballfeld nach FIFA-Maßen, Futsal- und Mehrzweckhalle sowie einem Athletenhaus mit 33 Zimmern, das allerdings für die Beherbergung der A-Nationalmannschaft samt Tross zu klein ist. Im September wird Flick deshalb zwar mit der Nationalmannschaft auf dem Campus trainieren, allerdings im Hotel logieren.

Grindel, Curtius und Koch feiern mit

Im Innern des Gebäudes gibt es - außer für den Präsidenten - praktisch keine Einzelbüros, dafür viele offene Übergänge und verglaste Lounges. Ein Zeichen von "Offenheit und Transparenz", so Neuendorf, "für die ja als Verband ganz generell stehen wollen".

Als Zeichen für die voranschreitende Befriedung des Verbandes nach diversen Skandalen und internen Grabenkämpfen durfte da auch die Anwesenheit von einigen Personen, die landläufig für den "alten DFB" stehen: Ex-Präsident Reinhard Grindel feierte in Frankfurt ebenso mit wie der frühere Generalsekretär Friedrich Curtius und der auf dem Bundestag im März abgewählte einstige Vizepräsident Dr. Rainer Koch - in spürbar entspannter Atmosphäre.

Michael Ebert/Thiemo Müller