2. Bundesliga

Der nächste HSV-Fehlstart führt zum Rückschlag

Hamburger kassieren wieder ein frühes Gegentor und lassen danach alles vermissen

Der nächste HSV-Fehlstart führt zum Rückschlag

Kann mit seiner Vordermannschaft überhaupt nicht zufrieden sein: HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes 

Kann mit seiner Vordermannschaft überhaupt nicht zufrieden sein: HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes  IMAGO/Zink

Zwei Mal, in Paderborn (3:2) und gegen Regensburg (3:1), konnte der HSV die Partien nach dem fast schon obligatorischen Fehlstart noch drehen, am Mittwochabend in Fürth gelang dies nicht. Weil es neben Wachsamkeit zu Beginn auch an allem anderen fehlte.

Tim Walter versucht gar nicht erst, eine Schleife um den empfindlichen Rückschlag zu binden. "Wir haben keine Energie auf den Platz bekommen. In beiden Spielhälften ist uns wenig bis gar nichts gelungen." Die Folge: Die schon fünfte Saison-Pleite. Eigentlich zu viel für einen Aufstiegs-Anwärter. Hinzu kommen die Fragezeichen, die nach dem kollektiven Ausfall von Fürth entstehen: Wieso leistet sich Walters Elf zu Beginn so regelmäßig Aussetzer und ist defensiv so ungeordnet? Findet Sonny Kittel noch einmal in die Spur? Wie ist der eklatante Leistungsabfall von Jean-Luc Dompé zu erklären? Nach dessen Gala mit drei Torbeteiligungen in Paderborn hatte Walter gefordert, vom Franzosen könne noch mehr kommen, seitdem lässt der Linksaußen tatsächlich viel Luft nach oben. Dem unauffälligen Auftritt gegen Regensburg folgte ein ganz schwacher am Mittwoch.

Es gibt mehr als nur ein Problem beim HSV

Dass sich die Aufzählung der Schwachpunkte von Fürth beinahe beliebig verlängern ließe, macht die Angelegenheit aus Hamburger Sicht nicht besser. "Wir geraten wieder früh in Rückstand", schimpft Daniel Heuer Fernandes, "aber wir haben auch danach keine Druckphase aufgebaut, waren nicht giftig genug, nicht genau genug. Uns hat vieles gefehlt und das ist schwer zu erklären." Kapitän Sebastian Schonlau hadert ebenfalls mit, aber auch nicht nur mit dem Fehlstart: "Es kann nicht immer klappen, ein frühes Gegentor wieder auszugleichen. Das ist uns nicht zum ersten Mal passiert und das ist brutal ärgerlich. Aber wir haben auch danach als Mannschaft nicht das auf den Platz gekriegt, was wir wollen." Tatsächlich fehlte es an Kreativität, Widerstandskraft, Zweikampfstärke. "Wir haben viel zu viele Chancen zugelassen und kaum eigene gehabt", klagt der Kapitän.

Wir müssen den Eindruck von Fürth korrigieren.

Daniel Heuer Fernandes

Die Folge: Gegen Sandhausen steht der HSV zum Jahreskehraus mächtig unter Druck. Heidenheim ist durch den Sieg beim nächsten Gegner bis auf einen Zähler herangerückt, ein Überwintern auf einem Aufstiegsplatz wäre wichtig für die geplante Weichenstellung. Die Verträge von Walter und Jonas Boldt laufen aus. Der Sportvorstand würde gern mit dem Coach verlängern, bekam bislang vom Aufsichtsrat jedoch kein grünes Licht. Auch deshalb kommt dem Samstag eine besondere Bedeutung bei und Heuer Fernandes fordert: "Wir müssen den Eindruck von Fürth korrigieren."

Sebastian Wolff

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