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Körper streikt: Kath muss seinen letzten Versuch abbrechen

Ex-Profi hat noch nicht komplett mit dem Fußball abgeschlossen

Der Körper streikt: Kath muss seinen letzten Versuch abbrechen

Wird zumindest in naher Zukunft nicht mehr auf dem Fußballplatz stehen: Florian Kath

Wird zumindest in naher Zukunft nicht mehr auf dem Fußballplatz stehen: Florian Kath IMAGO/Christian Schroedter

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Der Körper will nicht mehr: Florian Kath hat seine aktive Karriere beendet. Das gab der frühere Bundesliga-Spieler aus Balingen nun bekannt. Die alte Verletzung am Fuß sei zurück und zwinge ihn nun endgültig zu diesem Schritt, erklärte der 29-Jährige, der bei der TSG Balingen das Fußballspielen lernte. "Ich schlage nun einen neuen Weg ein und werde mich vor allem auf meine berufliche Zukunft fokussieren", sagte Kath.

Er habe lange mit sich gerungen, aber zuletzt seien die Schmerzen einfach zu groß geworden, um noch ernsthaft an eine baldige Rückkehr in den Profifußball glauben zu können. "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass es für mich im Fußball weitergeht. Zumal ich auch zuletzt das Gefühl hatte, dass die Qualität noch da ist" - dass er also in spielerischer Hinsicht durchaus noch ein hohes Niveau habe gehen können. "Umso schwerer ist mir die Entscheidung gefallen, weil alles in einem sagt: Mach weiter, probiere es noch mal", erzählte Kath. "Aber in Phasen, in denen der Körper streikt, verliert man auch ein Stück weit das Vertrauen in den eigenen Körper." Entsprechend habe nun die Rationalität gesiegt.

Ich war Teil zweier besonderer Vereine und hätte mir nie erträumt, mit wem ich die Fußballplätze teilen und welche Erlebnisse die letzten zehn Jahre mit sich bringen würden.

Florian Kath über seine Zeit beim SC Freiburg und 1. FC Magdeburg

"Ich war Teil zweier besonderer Vereine und hätte mir nie erträumt, mit wem ich die Fußballplätze teilen und welche Erlebnisse die letzten zehn Jahre mit sich bringen würden", blickt Kath zurück. Trotz aller Verletzungssorgen, zähen Reha-Phasen und dem auch psychischen Druck, der daraus erwuchs, sei er dankbar über seine Profijahre. Diese verbrachte Kath beim SC Freiburg (von 2013-2016 sowie 2021) und dem 1. FC Magdeburg (von 2017 bis 2020 sowie bis 2023), doch wurde immer wieder von Verletzungen ausgebremst.

Zuletzt hatte der Allrounder, der unter anderem 25 Bundesliga-, vier Zweitliga- und drei DFB-Pokal-Spiele absolvierte, in der zweiten Mannschaft des FCM an seinem Comeback gefeilt, diesen Versuch aber schon vorab als letzten bezeichnet. "Der Abschied fällt mir jetzt leichter, weil er selbstbestimmt ist", verriet Kath. "Das war mir wichtig: Ich wollte nochmals das Trikot des Clubs tragen, auch wenn es 'nur' in der U 23 war. Diese Oberliga-Einsätze habe ich sehr genossen, auch weil ich stets wusste, dass es vorerst die letzten sein könnten und nun auch waren."

Die Fußballschuhe an den Nagel hängen, das möchte Kath derweil noch nicht. Wenn der erste Druck abgefallen sei, der Körper sich womöglich erhole - dann habe er durchaus Lust, nochmals auf einem niedrigeren Niveau zu spielen. "Aber dafür brauche ich Geduld. Nun stehen erstmal andere Dinge im Vordergrund."

In den Sozialen Medien sorgte Kath mit seiner Ankündigung für ein großes Echo. Zahlreiche ehemalige Weggefährten meldeten sich zu Wort und verabschiedeten 'Lord Katho', so Kaths Spitzname. Auch bei den Fans des Sportclubs und des FCM zählte der Balinger stets zu den Publikumslieblingen. "Über das Feedback und die Unterstützung - von Weggefährten, Fußballkollegen, Fans und natürlich von meinen Eltern - bin ich sehr dankbar."

Marcel Schlegel

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