2. Bundesliga

Der Kampf mit Overaths Altlasten

Köln: Schwierige Konsolidierung

Der Kampf mit Overaths Altlasten

Altlast und unerwünscht: FC-Stürmer Milivoje Novakovic hat für die neue Saison keine Rückennummer.

Altlast und unerwünscht: FC-Stürmer Milivoje Novakovic hat für die neue Saison keine Rückennummer. imago

Jetzt informierte der Klub seine Mitglieder sogar per Brief. Und auch wenn Werner Spinner betont, dass man "keine Aufarbeitung der Vergangenheit" betreiben wolle, lässt sich ein Blick in diese zur Erklärung des Ist-Zustands nicht vermeiden.

Aktuell kämpft der FC damit, die Verträge der aussortierten Profis Geromel, Novakovic, Rensing, Schorch und Ionita weiter bedienen zu müssen. Diese laufen in der 2. Liga zu Erstligakonditionen oder nur um 25 Prozent reduziert weiter - branchenüblich ist ein Abschlag von 40 bis 50 Prozent. "Bei einer Vielzahl von Verträgen hat man sich nicht mit der 2. Liga befasst - das ist das eigentliche Drama. An den Abstieg hat da keiner so richtig geglaubt", stellt der seit April 2012 amtierende FC-Präsident fest.

Der 33-jährige Novakovic, dessen Vertrag 2011 vorzeitig bis 2014 ausgeweitet wurde, erweist sich als besonderer Klotz am Bein. Und dass es nicht hilfreich war, die Aussortierten öffentlich zu benennen, weil diese, nun auch seit Monaten ohne Mannschaftstraining, dadurch zusätzlich an Marktwert eingebüßt haben, wird zumindest intern zugegeben. Selbst wenn die Liquidität gesichert ist, wie Kölns Präsident betont, wären zudem Verkäufe eingeplanter Akteure kein Tabu: "Jeder Spieler hat seinen Preis. Wir schauen uns natürlich alles an."

Neun Millionen Euro, die nicht vorhanden waren

Spinner will den FC konsolidieren. Es kann kein Geld mehr investiert werden, das man nicht einnimmt. Anders als 2011/12: Da plante der FC für den 34-Millionen-Etat der Lizenzspieler neun Millionen ein, die nicht vorhanden waren. Die Lücke sollten zusätzliche Pokal- und TV-Einnahmen (durch eine bessere Platzierung) schließen. Beides blieb aus. "Von den neun Millionen, die am Ende durch Abfindungen fast zehn geworden sind, konnten wir aufgrund des schlechten sportlichen Verlaufs nichts aus operativen Erlösen kompensieren", so Geschäftsführer Oliver Leki.

Etwas "Luft" soll nun eine Anleihe über zehn Millionen Euro verschaffen. "Wir werden damit Verbindlichkeiten von Einzelinvestoren umschichten", so Spinner. So wird Frank Asbeck (Solarworld) fristgerecht mit fünf Millionen bedient, ein unbekannter Geldgeber mit etwa 3,5 Millionen. Diesen Weg wird der FC auch nächste Saison fortführen, wenn ein dritter Investor ausbezahlt werden muss und soll. Dann sind nach kicker-Recherchen etwa 8,5 Millionen Euro fällig, die der Grundstücks- und Immobilienmakler Wilfried Hilgert bereitstellte, den einst Overath für den FC gewann.

Stephan von Nocks

Unterhaus = Modehaus