2. Bundesliga

Der HSV und das Hoffen auf den nächsten Schritt

Hanseaten reisen nach Aue und kämpfen mit schlechten Erfahrungen gegen Kellerkinder

Der HSV und das Hoffen auf den nächsten Schritt

HSV-Chefcoach Tim Walter kann wieder auf Kapitän Sebastian Schonlau zurückgreifen.

HSV-Chefcoach Tim Walter kann wieder auf Kapitän Sebastian Schonlau zurückgreifen. imago images/Michael Schwarz

Einen positiven Entwicklungsprozess hatte der Coach den Seinen schon am Sonntag nach dem 2:2 gegen Nürnberg attestiert. Weil ein zweimaliger Rückstand nicht die Folge eines Wirkungstreffers hatte. "Die Jungs sind drangeblieben, haben an sich geglaubt."

Beim Letzten gilt es nun den Beweis anzutreten, dass der HSV auch eine weitere ganz entscheidende Schwäche abstellen kann: individuell unterlegene Gegner bis zum Schluss nicht nur zu bespielen, sondern notfalls auch mit deren Mitteln zu bekämpfen, wenn die fußballerische Qualität nicht zum Tragen kommt. Unter anderem Niederlagen bei den Absteigern Würzburg und Osnabrück waren in der Vorsaison ausschlaggebend dafür, dass der HSV im vierten Jahr in der 2. Liga festhängt.

Walter: "Wir sehen uns auf einem guten Weg"

Walter ist bekannt dafür, sich nur ungern mit Themen aufzuhalten, die vor seiner Zeit waren, sagt aber generell: "Ein Grund ist häufig, dass ein Team aus der unteren Tabellenregion nichts zu verlieren hat und die Lage beim vermeintlich Großen genau umgekehrt ist. Wir sehen die Ausgangslage aber nicht so. Wir sehen uns auf einem guten Weg in unserer Entwicklung und wollen in Aue den nächsten Schritt machen." Wohl wissend, dass die Anforderungen andere sein werden als zuletzt gegen Nürnberg oder im Derby bei Werder Bremen. "Aue wird sicher versuchen, tiefer zu verteidigen und in Umschaltmomente zu kommen."

Schonlau kehrt zurück

Als überaus hilfreich wertet es der Trainer, dass bei der Auswärtsaufgabe im Erzgebirge sein Kapitän wieder an Bord ist. Sebastian Schonlau hat die Gelb-Rot-Sperre gegen Nürnberg abgebrummt und Walter sagt: "Er ist unser Kapitän, er hat uns natürlich gefehlt, weil er eine tragende Säule ist." Worte, die er jedoch keineswegs als Kritik an seinem Stellvertreter verstanden wissen will: Youngster Mario Vuskovic war an einem Gegentreffer entscheidend und am zweiten zumindest mitbeteiligt, Walter aber sagt über den 19-Jährigen: "Er hatte eine super Pass- und eine überragende Zweikampfquote. Wir wissen, dass wir ihn jederzeit reinwerfen können."

In Aue aber soll Schonlau den HSV wieder führen, dafür sorgen, dass der nächste Entwicklungsnachweis nicht ausbleibt. Und der Geburtstag des HSV nicht der einzige Grund für Glückwünsche bleibt.

Sebastian Wolff

Drei Schalker, drei Doppelpacker, keine Höchstnote: Die kicker-Elf des 8. Spieltags