Bundesliga

Bayer 04 Leverkusen: Exequiel Palacios berichtet von Gespräch mit Wolf

Leverkusens Argentinier möchte "sehr schwieriges Jahr" hinter sich lassen

Der Gewinner des Trainerwechsels: Palacios berichtet von Gespräch mit Wolf

Plötzlich Stammspieler: Exequiel Palacios (li.) mit Hannes Wolf.

Plötzlich Stammspieler: Exequiel Palacios (li.) mit Hannes Wolf. imago images

Seit Januar 2020 gehört Exequiel Palacios zum Profi-Kader von Bayer 04. Doch bis vor vier Wochen standen für den argentinischen Nationalspieler gerade einmal sechs Bundesligaeinsätze zu Buche. Erst gesperrt, dann mit Eingewöhnungsproblemen, im Herbst schwer an der Wirbelsäule verletzt und dann seit Anfang Februar nach einem 45-Minuten-Einsatz beim Pokal-Aus in Essen bei Peter Bosz völlig außen vor - Palacios, über 20 Millionen Euro Ablöse schwer, war weit weg von seinem fußballerischen Glück.

Jetzt, fünf Spieltage und fünf Startelfeinsätze unter dem neuen Trainer Hannes Wolf später, ist alles anders. "Es sind ein paar Dinge vorgefallen, unter anderem die Verletzung, die ich mir bei argentinischen Nationalmannschaft zugezogen habe. Es ist ein sehr schwieriges Jahr für mich gewesen, aber das möchte ich hinter mir lassen und dieses Jahr neu angreifen", sagt der 22-Jährige.

Palacios ist der große Gewinner des Trainerwechsels

"Ich wollte beweisen, warum ich verpflichtet worden bin", sagt er zu seinen jüngsten Einsätzen. Dass er auf diese so lange warten musste, hatte er nicht gedacht. Von Peter Bosz habe er keine Begründung bekommen, warum er nicht spielte. "Nein, aber ich habe es akzeptiert, dass ich nicht der Spieler war, auf den er gesetzt hat. Doch ich wusste, dass die Chance irgendwann kommt, wenn ich im Training hart arbeite. Und die habe ich genutzt."

Letztlich ist Palacios der große Gewinner des Trainerwechsels. Dennoch zeigt er sich demütig und sagt: "Ich darf mich aber nicht zurücklehnen, muss täglich hart arbeiten, um diesen Status zu erhalten." Wolf gab dem Mittelfeldspieler das Selbstvertrauen zurück. "Wir hatten ein Gespräch", erzählt Palacios, "er hat gesagt, dass ich einfach unter Beweis stellen soll, warum ich Nationalspieler in Argentinien geworden bin. Und das ist mir zum Glück gelungen."

Champions League noch nicht abgeschrieben: "Wir werden um Platz vier kämpfen"

Als zweikampfstarker und passsicherer Akteur in der Doppelsechs spielt er zwar noch nicht konstant, aber lieferte gegen Schalke und zuletzt gegen Frankfurt gute Partien ab. "Ich fühle mich sehr gut mit dem Vertrauen, das ich vom Trainer geschenkt bekomme. Das System liegt mir, die Rolle, die Räume zuzustellen, damit fühle ich mich wohl", sagt der Rechtsfuß, der mit Bayer in dieser Saison noch hohe Ambitionen hat.

Die Königsklasse hat er noch nicht abgeschrieben. "So lange es mathematisch noch möglich ist, werden wir alles dafür geben. Zumal wir es mit dem Kader, den wir haben, mit dem Potenzial auch schaffen können. Wir werden bis zum Schluss um Platz vier kämpfen", kündigt er an. Wohlgemerkt, derzeit steht die Werkself drei Spieltage vor Schluss auf Rang 6 mit sechs Punkten Rückstand auf die Eintracht aus Frankfurt, die den letzten Champions-League-Platz innehat.

Dennoch zeigt sich Palacios angriffslustig. Würde die Werkself die Qualifikation für die Königsklasse verpassen, "wäre ich sehr enttäuscht", betont Palacios, "weil Bayer zu den größten Vereinen in der Bundesliga und in die Champions League gehört."

Stephan von Nocks