2. Bundesliga

Der 1. FC Nürnberg und das Problem mit Spitzenteams

"Es liegt an Kleinigkeiten"

Der Club und das Problem mit Spitzenteams

Enttäuschung beim 1. FC Nürnberg.

Enttäuschung beim 1. FC Nürnberg. imago images/HMB-Media

Die Null bleibt stehen: Nach der knappen Niederlage gegen St. Pauli lautet Nürnbergs Bilanz gegen die Topvereine null Siege, drei Remis und zwei Niederlagen. Das Duell mit Schalke steht noch aus. Zudem musste der Club am Sonntag die vierte Niederlage in den letzten fünf Pflichtspielen hinnehmen. Dabei hatten die Nürnberger gegen St. Pauli eine ansprechende Leistung gezeigt, waren trotz eines 0:2 nach zehn Minuten mitunter drauf und dran gewesen, das Spiel zu drehen.

Festhalten lässt sich, dass der FCN gegen die Kiezkicker gut, zeitweise gar stark, in der Summe aber eben nicht gut genug unterwegs war, ohne dass nun ein großes Hinterfragen notwendig wäre. "Es lag an Kleinigkeiten", meint Club-Trainer Robert Klauß treffend. Auch die Torschützen Johannes Geis ("Es fehlen gegen solche Mannschaften noch Kleinigkeiten") und Manuel Schäffler ("Heute haben wir einige Kleinigkeiten nicht gut gemacht") teilen diese Einschätzung.

1:3 statt 2:2, weil die Offensive fahrlässig agiert und die Defensive schwächelt

Dies ändert freilich laut dem Trainer nichts daran, dass alle "brutal enttäuscht sind" - vor allem mit Blick auf die Phasen vor und nach der Pause. Klauß spricht in seiner Analyse von "wütenden Angriffen", mit denen sich seine Mannschaft nach dem denkbar schlechten Start (0:2 nach zehn Minuten) gewehrt hätte. Allerdings fand nur ein starker Distanzschuss von Geis den Weg ins Tor (21.). Zu Beginn des zweiten Durchgangs ließen die Nürnberger gleich zwei Riesenchancen aus. Gerade nach dem Seitenwechsel deckte der Club dann die defensiven Schwächen der Hamburger mit Wucht und Vehemenz schonungslos auf, der Ausgleich lag in der Luft.

Dass stattdessen St. Pauli aus dem Nichts den Zwei-Tore-Abstand wiederherstellen konnte, war, weil aus einem Einwurf resultierend, zwar vermeidbar, aber auch nicht nur Pech. Die zuletzt so starke Defensive schwächelte in den entscheidenden Szenen, mal war der Abstand zu groß, mal die Zweikampfführung nicht entschlossen genug - und mitunter war beides der Fall. Christian Mathenia sorgte dafür, dass es angesichts von neun Chancen gegen sein Team "nur" drei Gegentore setzte.

Schäffler-Tor nur Hoffnungsschimmer

Mit seinem Kopfball zum 2:3 in der 72. Minute ließ Schäffler noch einmal Hoffnung aufkeimen. "Wir haben auf den Lucky Punch gehofft", sagt der Stürmer, der so lange nicht mehr getroffen hatte. Doch St. Pauli verteidigte in der Schlussphase alle Anläufe der Nürnberger clever weg, sodass der Club am Ende wieder ohne Sieg gegen ein Spitzenteam dastand. Den nächsten Versuch wagt der FCN am 10. Dezember auf Schalke. Zuvor steht aber das Spiel gegen den Tabellenzwölften Holstein Kiel an - am kommenden Samstag, wieder zuhause.

chb/cfl

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