Tennis

Den König gestürzt: Djokovic schlägt Nadal auf Sand

French Open, 2. Halbfinale der Herren: "King Rafa" kassiert erste dritte Pleite

Den König gestürzt: Djokovic schlägt Nadal auf Sand

"Lasst was hören": Novak Djokovic genießt den Moment unmittelbar nach dem 2:1-Satzführung - und nach dem Sieg.

"Lasst was hören": Novak Djokovic genießt den Moment unmittelbar nach dem 2:1-Satzführung - und nach dem Sieg. Getty Images

Der Weltranglistenerste Novak Djokovic kann in Paris nach der Krone greifen! Der Serbe schaltete in einem sensationellen Abendmatch den 13-maligen Titelträger Rafael Nadal mit 3:6, 6:3, 7:6 (7:4), 6:2 aus - und trifft nun auf Alexander-Zverev-Bezwinger Stefanos Tsitsipas.

Für Nadal war es bei 105 Siegen erst die dritte Niederlage bei den French Open überhaupt. Rafa-Stürzer Djokovic hat nun die Chance, seinen zweiten Titelgewinn nach 2016 in Roland Garros zu feiern und mit seinem 19. Grand-Slam-Triumph auf die Rekordchampions Roger Federer (Schweiz) und Nadal (beide 20 Titel) aufzuholen.

In dem Duell der Topstars ging es in über vier Stunden Spielzeit hin und her. Die Zuschauer durften entgegen der eigentlichen Planung trotz einer geltenden Ausgangssperre ab 23 Uhr bis zum Ende des Matches bleiben.

Von den drei French-Open-Niederlagen für "Rafa" kamen übrigens zwei vom "Djoker" - 2015 im Viertelfinale (5:7, 3:6, 1:6) und nun im 2021er Halbfinale. Die andere war gegen Außenseiter Robin Söderling in der 4. Runde 2009 (2:6, 7:7, 4:6, 6:7).

Der Spielverlauf

Nadal und Djokovic lieferten sich auf dem Court Philippe-Chatrier einen epischen Fight. Zunächst marschierte der Spanier voran und gewann den ersten Satz mit 6:3. Doch der an Nummer 1 gesetzte Serbe ließ sich davon nicht beirren und schaffte den Satzausgleich. Was dann folgte, war einer der wohl besten Sätze der Tennis-Geschichte - der "Djoker" sprach selbst im Anschluss von seinem "wohl unglaublichsten Match seiner Tennislaufbahn". 92 Minuten lang zeigten die beiden Superstars einen Weltklasse-Ballwechsel nach dem anderen. Jeder Punkt war so hart umkämpft, als würde es bereits um den Turniersieg gehen.

Rafael Nadal

Musste sein Wohnzimmer verfrüht verlassen: Rafael Nadal. Getty Images

Am Ende holte sich Djokovic den dritten Durchgang mit 7:4 im Tiebreak. Danach hätte es wegen der fortgeschrittenen Zeit eigentlich eine Pause geben müssen, um die Zuschauer wegen des bevorstehenden Beginns der Ausgangssperre um 23 Uhr nach Hause zu schicken. Doch die Veranstalter entschieden offenbar nach Rücksprache mit der Stadt/Regierung unter dem Jubel der Fans, die Arena nicht zu räumen. Die Zuschauer dankten es mit dem lautstarken Singen der Marseillaise - es herrschte Festtagsstimmung im Stade Roland Garros.

Djokovic ("Jedes Mal, wenn du gegen Rafa diesen Platz betrittst, dann weißt du, dass du eine Leistung bringen musst, als würdest du den Mount Everest besteigen") ließ sich von der Atmosphäre weiter pushen. Zwar schaffte der 13-malige Sandplatz-Major-Gewinner Nadal, der bis zu diesem Abend noch nie zuvor in einem Pariser Halbfinale verloren hatte, im vierten Satz ein schnelles Break, dann aber war der Serbe nicht mehr zu stoppen. Nach 4:10 Stunden nutzte er seinen zweiten Matchball zum 6:2 im fünften Satz.

mag/dpa

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