Bundesliga

Demirovic und Schade als neues Traumduo? Streich sieht "noch keine Signifikanz"

Freiburgs Angriffs-Duo überzeugte mit Toren und Vorlagen

Demirovic und Schade als neues Traumduo? Streich sieht "noch keine Signifikanz"

Gesetzt in Freiburg? Die SC-Stürmer Ermedin Demirovic und Kevin Schade.

Gesetzt in Freiburg? Die SC-Stürmer Ermedin Demirovic und Kevin Schade.

Christian Streich gab am Wochenende nichts aus. "Ich bin schon lange drin. Da ist es klar, dass du irgendwann mal solche Zahlen hast", sagte der Cheftrainer des SC Freiburg schmunzelnd über das 400. Bundesligator seiner Amtszeit. Kevin Schade hatte mit seinem Rechtsschuss zum 2:0-Endergebnis gegen den VfB Stuttgart das Baden-Württemberg-Derby entschieden und dem Sport-Club den ersten Ligasieg in diesem Jahr gesichert. "Ein sehr wichtiges Spiel, wichtiger als für mich" sei das für den Ur-Badener Streich gewesen, verriet Schade. Ihm als gebürtigen Potsdamer sei ja "jedes Spiel" wichtig ...

Pfeilschneller Schade hat keine Panik beim Abschluss

Gegen den VfB war das wieder gut zu sehen: In seinem sechsten Startelfeinsatz in der Liga wirbelte der 20-Jährige mit viel Tempo und Unbekümmertheit in den Stuttgarter Abwehrreihen. Bei seinem Tor zeigte Schade (kicker-Note 2) auch, dass ihn vor Torhütern keine Panik überkommt. Es war sein bereits vierter Pflichtspieltreffer. Bereits im Pokal-Achtelfinale am vergangenen Mittwoch in Hoffenheim (4:1) war Schade zuvor erfolgreich gewesen. "Die Arbeit gegen den Ball war heute entscheidend. Jeder hat geackert, gekämpft und in den richtigen Phasen die Bälle gehalten. Das hat Stuttgart kaputt gemacht", lobte Schade, der selbst 75 Prozent seiner Zweikämpfe gewann und im Top-Speed-Ranking mit 36,37 km/h gleichauf mit Bayerns Alphonso Davies und nur knapp hinter dem Mainzer Jeremiah St. Juste (36,63) liegt.

Die Arbeit gegen den Ball war heute entscheidend. Jeder hat geackert, gekämpft und in den richtigen Phasen die Bälle gehalten. Das hat Stuttgart kaputt gemacht.

Kevin Schade

Schwaches Zweikampfverhalten: Schade wendet sich an Streich

Noch beim Jahresauftakt gegen Arminia Bielefeld (2:2) hatte er nach seiner Einwechslung einen eher mäßigen Auftritt gerade beim Zweikampfverhalten hingelegt, das aber offenbar reflektiert und Lehren daraus gezogen. Schade habe von selbst das Gespräch gesucht, berichtete Streich, der diesen Umgang sehr positiv aufnahm. In Stuttgart nun setzte Schade immer wieder gut nach und eroberte diverse Bälle. Der Offensivspieler ist Freiburgs nächstes Versprechen für die Zukunft und könnte eines Tages eine saftige Ablöse einbringen. Zukunftsmusik: Nach kicker-Informationen ist er noch bis 2026 vertraglich im Breisgau gebunden.

Einen ähnlichen Aufschwung erlebte zuletzt Ermedin Demirovic. Der Stürmer, der weite Teile der vergangenen Saison als Stammspieler erlebte, war in dieser Spielzeit oft außen vor, kam zuletzt aber mit zwei Toren und zwei Vorlagen in Pokal und Liga wieder in Fahrt. "Andere haben sehr gut gespielt in der Hinrunde, dann nimmst du sie auch nicht immer nach 50, 60 Minuten raus", begründete Streich, der in erfolgreichen Phasen meist wenige Gründe für Veränderungen sieht. Lucas Höler (gegen Stuttgart kicker-Note 2 und Spieler des Spiels) beispielsweise spiele einfach eine sehr gute Saison, Woo-Yeong Jeong ebenso.

Andere haben sehr gut gespielt in der Hinrunde, dann nimmst du sie auch nicht immer nach 50, 60 Minuten raus.

Christian Streich

Doch: "Demi malocht sich rein in die Spiele", sagte der SC-Coach anerkennend. Es sei "extrem erfreulich" wie der bosnische Nationalspieler auftrete, Demirovic sorge für massive Unruhe beim Gegner. Und der 23-Jährige scheint gut mit Schade zu harmonieren. Gegen Stuttgart legte Demirovic (kicker-Note 3) für Schade auf, ebenso in Hoffenheim. Und beim herben 1:5 in Dortmund netzte Demirovic das einzige Freiburg-Tor nach einem Schuss Roland Sallais ein - dem ein toller Antritt Schades vorausgegangen war.

Bilder zur Partie SC Freiburg - VfB Stuttgart

"Für die Jungs ist es hart"

"Ich sehe noch keine Signifikanz, dass die beiden immer spielen müssen, weil sie zusammen Tore schießen", analysierte Streich, den der zunehmende Konkurrenzkampf der Abteilung Attacke freuen dürfte. Neben Schade und Demirovic kämpfen mit Höler, Sallai, Jeong, Nils Petersen und dem meist gesetzten Vincenzo Grifo sieben Profis um vier Plätze im Angriff. "Es ist schwierig für mich, diesmal Jeong und Sallai draußen zu lassen", gab Streich zu und weiß: "Wir müssen immer viel sprechen. Für die Jungs ist es hart."

Im Moment, so scheint es, haben Demirovic und Schade die Nase einen Millimeter vorn. Beide sind aber das beste Beispiel dafür, wie schnell sich die Lage ändern kann.

Jim Decker

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