3. Liga

Dem MSV fehlen Mannschaft und Lizenz

Am Dienstag entscheidet sich Duisburgs Zukunft

Dem MSV fehlen Mannschaft und Lizenz

Beim MSV Duisburg wird zurzeit auf freiwilliger Basis unter Manager Ivica Grlic (re.) trainiert.

Beim MSV Duisburg wird zurzeit auf freiwilliger Basis unter Manager Ivica Grlic (re.) trainiert. imago

Ursprünglich sollte an diesem Termin die Entschei­dung fallen, ob Duisburg die Drittliga-Zulassung erhält. Für den MSV hieße die Schreckensalternative Insolvenz und Rückzug in die Oberliga Nie­derrhein. Für das U-23-Team, das eigentlich in der Oberliga antreten soll, würde das die Abmeldung bedeuten. Vorstandsboss Udo Kirmse war auch am Wochenende mit seinen Gremiumskollegen rund um die Uhr im Ein­satz. Die "Zebras" hoffen weiter auf Unterstüt­zung von Stadt und Politik. Die größte Hürde bei der Neuausrichtung bleibt die Schauins­land- Reisen-Arena, die pro Jahr 4,5 Millionen Euro Miete verschlingt. "Die Summe müssen wir auf ein überschaubares Maß reduzieren", so Marbach, der die Parteien (Stadionprojekt­gesellschaft, Land NRW und HSH Nordbank) beim Reduzierungsversuch binnen kürzester Zeit unter einen Hut bringen muss.

Während der Klub um die Existenz kämpft, schweben die verbliebenen Spieler, Sportdi­rektor und Trainerstab im luftleeren Raum. "Auf Eigeninitiative haben wir uns zuletzt mit zehn Leuten zum Training getroffen", so Stürmer Ranis­av Jovanovic. Manager Ivica Grlic (37) übernahm die Lei­tung der Einheiten, an denen auch Kapitän Branimir Bajic, Verteidiger Andreas Ibertsberger sowie die Mittelfeldspieler Kevin Wolze, Danny Latza und Sascha Dum teilnahmen.

Trainersteckbrief Runjaic
Runjaic

Runjaic Kosta

MSV Duisburg - Vereinsdaten
MSV Duisburg

Gründungsdatum

02.06.1902

Vereinsfarben

Blau-Weiß

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Runjaic soll bleiben

Der MSV ist auf der Suche nach einer Liga, einer Mannschaft und einer Zukunft. Chef­coach Kosta Runjaic (42) und Assistent Ilia Gruev (43), die beide im Falle des Drittliga-Lizenzerhalts unbedingt gehalten werden sollen, reisen nach einigen Tagen Pause am heutigen Montag wieder an die Wedau. Am Nachmittag steht ein Gespräch mit der Chef­etage auf dem Programm. "Für uns ist natür­lich interessant, welches Konzept erarbeitet wird und wie es weitergehen soll", sagt Gruev.

Auch Torjäger Jovanovic wartet noch etwas ab. "Ich kann mir die 3. Liga mit Duisburg vorstellen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Parallel höre ich mir aber Alter­nativen an. Das ist mit Manager Ivo Grlic so abgesprochen", sagt Jovanovic, den der Zweitliga-K.o. mächtig gewurmt hat: "Wir haben eine Super-Rückrunde gespielt, hatten einen Top-Zusammenhalt. Es ist traurig, dass die Hausaufgaben an anderer Stelle nicht ge­macht wurden." Aber noch besteht Hoffnung, dass die neuen "Hausaufgaben" einen Haken bekommen.

Thomas Tartemann