Bundesliga

Werder Bremens Kapitän Thomas Delaney: "Das können wir uns nicht erlauben"

Werder-Kapitän im Interview

Delaney: "Das können wir uns nicht erlauben"

Sah in Wolfsburg eine "kollektiv schwache Halbzeit": Thomas Delaney.

Sah in Wolfsburg eine "kollektiv schwache Halbzeit": Thomas Delaney. imago

Herr Delaney, was war in den ersten 45 Minuten mit Werder los?
"Wir haben nur reagiert. Aber auch das nicht gut. Wir waren zu passiv, kamen immer zwei Schritte zu spät, es gäbe ganz viele negative Dinge, die ich über die erste Halbzeit sagen könnte. Gottseidank wurde es nach der Pause besser."

War der verhaltene Auftritt im ersten Abschnitt auch eine taktische Frage ?
"Wir wollten auf Konter spielen. Aber wenn wir den Ball hatten, sind wir nicht füreinander gelaufen, es herrschte viel Durcheinander."

Spielersteckbrief Delaney
Delaney

Delaney Thomas

Hatte die Steigerung dann auch mit den Einwechslungen von Philipp Bargfrede und Ishak Belfodil zu tun, die deutliche Präsenz ausstrahlten ?
"Natürlich haben beide einen sehr guten Job gemacht. Aber man hätte nach der ersten Halbzeit auch mich auswechseln können oder neun andere. Es lag nicht an den Spielern, die raus mussten (Maxi Eggestein und Jerome Gondorf, die Redaktion), sondern es war eine kollektiv schwache Halbzeit. Das können wir uns einfach nicht erlauben. Wir müssen unbedingt griffiger sein."

Was in der zweiten Halbzeit zweifellos gelang. Immerhin sprang noch ein Punkt heraus - sind Sie vom Ergebnis trotzdem enttäuscht?
"Ich bin enttäuscht von der Leistung in der ersten Halbzeit. In der zweiten Hälfte haben wir uns viele gute Chancen herausgespielt. Hätten wir zweimal solche 45 Minuten abgeliefert, hätten wir wahrscheinlich ein Tor mehr gemacht. Es ist leicht zu sagen, wir sind mit einem 1:1 unzufrieden wegen der guten zweiten Hälfte. Aber wir dürfen nicht vergessen, was vorher war. Und wir sollten unsere Lektion daraus lernen, fürs nächste Spiel und für den Rest der Saison."

Wie groß wird der Druck am Samstag gegen Freiburg ?
"Ich spüre den Druck natürlich. Wir müssen gewinnen. Aber ich mag diese Situation auch, das ist kein Problem. Dass wir in Wolfsburg zurückgekommen sind, gibt uns unterm Strich Selbstvertrauen. Es kann ja gar nicht so weitergehen, dass wir aus unseren vielen Chancen so wenig Tore machen. Wir werden öfter treffen – vielleicht gibt es ja bald sogar eine richtige Torflut." (lacht)

Aufgezeichnet von Thiemo Müller