Bundesliga

Delaney und Bellingham kehren am Montag zurück

Die letzten beiden der EM-Fahrer stoßen zum BVB

Delaney und Bellingham kehren am Montag zurück

Muss eine knifflige Frage entscheiden: Dortmunds Thomas Delaney.

Muss eine knifflige Frage entscheiden: Dortmunds Thomas Delaney. imago images/Sven Simon

Im Halbfinale der Europameisterschaft kreuzten sich zuletzt die Wege von Jude Bellingham und Thomas Delaney - mit dem besseren Ende für den 18-jährigen Engländer, der zwar anders als sein dänischer Teamkollegen vom BVB nicht zum Einsatz kam, sich aber über den Einzug ins später verlorene Finale freuen durfte.

Am Montag begegnen sie sich wieder. Dann in Dortmund, wo sie als letzte der zahlreichen EM-Fahrer zurückerwartet werden. Wie lange sie allerdings Seite an Seite auf dem Platz stehen, das ist eine der offenen Dortmunder Fragen dieses Sommers.

Für Delaney steht eine knifflige Entscheidung an

Während Bellingham bei der Borussia langfristig unter Vertrag steht und das Spiel künftig noch stärker prägen soll als in seiner bereits beeindruckend starken Debüt-Saison, steht Delaney vor einer kniffligen Entscheidung: Bleibt der 29-Jährige, dessen Arbeitspapier nur noch bis zum kommenden Sommer gilt, in Dortmund und stellt sich dem großen Konkurrenzkampf im defensiven Mittelfeld, in dem dem neuen Trainer Marco Rose neben Delaney in Bellingham, Axel Witsel, Emre Can und Mahmoud Dahoud zahlreiche weitere Profis Auswahl stehen. Oder erfüllt er sich noch einmal den lang gehegten Traum von der Premier League und nutzt das gute Standing, dass er sich bei der Euro erwerben konnte, für den Sprung auf die Insel.

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In Dortmund würden sie die Zusammenarbeit gerne fortsetzen. Delaney erwies sich seit seiner Verpflichtung 2018 als stets verlässlicher Vollprofi mit einwandfreiem Charakter. Dass er fußballerisch nie zu den versiertesten Kickern im BVB-Trikot gehörte, machte er oft durch Einsatz und Mentalität wett. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass er in den vergangenen zwei Jahren kein Stammspieler mehr war. Zu oft machte ihm sein Körper einen Strich durch die Rechnung: Auf 30 Liga-Einsätze in seinem ersten Jahr beim BVB folgten daher nur noch elf im zweiten und 20 im dritten.

Steine würde man ihm deshalb nicht in den Weg legen, sollte er einen Klub finden, der ihm zusagt und der bereit ist, eine marktgerechte Ablöse zu zahlen - die der BVB wiederum zwecks Optimierung an anderer Stelle des Kaders gut gebrauchen könnte. Dies jedoch ist bislang noch nicht geschehen.

Premier League oder nach Rom zu Mourinho?

Gerüchte freilich gibt es zahlreiche um den Abräumer, der über Kopenhagen und Bremen in Dortmund landete. Sein Name fällt immer wieder in Verbindung mit Premier-League-Klubs aus der mittleren und unteren Tabellenregion (Norwich, Southampton, Crystal Palace), zuletzt wurde in England auch mit einem Wechsel zur Roma spekuliert, wo der ebenfalls England-affine Jose Mourinho Trainer ist.

Was Delaney über all das denkt, ist bislang nicht überliefert. Er schweigt seit Wochen zu allem, was seine Zukunft betrifft. Umso gespannter sind sie in Dortmund, was er zu sagen hat, wenn er an diesem Montag gemeinsam mit seinem elf Jahre jüngeren Kollegen und Positionskontrahenten Bellingham wieder zum Dienst erscheint.

Vielleicht weiß der ja sogar schon mehr seit jenem Abend im Londoner Wembleystadion, als Bellingham nach 120 umkämpften Minuten den geschlagenen Delaney tröstend in den Arm nahm.

Matthias Dersch

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