Bundesliga

Dejagah: "Ich kann es kaum glauben"

Der Überraschungs-Neuzugang spricht über sein Comeback in Wolfsburg

Dejagah: "Ich kann es kaum glauben"

Herzensangelegenheit: Ashkan Dejagah ist zurück beim VfL Wolfsburg.

Herzensangelegenheit: Ashkan Dejagah ist zurück beim VfL Wolfsburg. picture alliance

Eine neue Rückennummer hat er noch nicht. Mit der 24 auf seinem grün-weißen Trikot war Ashkan Dejagah 2009 Deutscher Meister geworden, aktuell ist diese Zahl jedoch an Sebastian Jung vergeben. Vielleicht wird's die 25, die Josip Brekalo, der vor einem Wechsel zum VfB Stuttgart steht , hergeben könnte. Oder die 7, die Daniel Caligiuri hinterlassen hat. Dejagah ist's egal. Er freut sich wahnsinnig über seine Rückkehr nach Wolfsburg. Am Dienstag sprach er über...

...den VfL: Dass der VfL ihm eine Herzensangelegenheit ist, daraus hat Ashkan Dejagah auch während seiner Abstinenz kein Geheimnis gemacht. Über die sozialen Netzwerke brachte er seine Verbundenheit zu den Niedersachsen regelmäßig zum Ausdruck. Jetzt ist er zurück. "Ich freue mich riesig, kann es selber kaum glauben." Vor rund zehn Tagen kam der Kontakt zum VfL zustande. "Wir sind mit offenen Augen durch den Transferwald gegangen", erklärt Manager Olaf Rebbe, "dann haben wir uns intensiv mit Dejagah beschäftigt." Der bringt diverse Vorzüge mit. Trainer Valerien Ismael sagt: "Ashkan ist ein Spieler, der sich mit dem Klub identifiziert, einer, der mit Herz und Leidenschaft für den VfL spielt. Er braucht keine Eingewöhnungszeit." Dejagah ist bereit: "Der VfL ist etwas ganz Besonderes für mich."

...seine Zeit im Ausland: Von 2007 bis 2012 trug er das VfL-Trikot, dann ging es für zwei Jahre zum FC Fulham (wo es das Wiedersehen mit Meistertrainer Felix Magath gab) und zweieinhalb Jahre zu Al-Arabi Doha in Katar. "Ich bin rumgekommen", sagt Dejagah. "Die zwei Jahre in England waren sehr interessant, ich habe viel dazugelernt. Und auch die Zeit in Katar war gut für die Erfahrung."

...seine Fitness: Der Haken im Wüstenstaat: Sein letztes Spiel für Al-Arabi bestritt Dejagah im vergangenen Februar, seither war er nur noch für die iranische Nationalmannschaft im Einsatz, zuletzt im vergangenen November. Dejagah erklärt: "In Katar sind einige Leute in die Entscheidungen des Klubs involviert. Es kam ein neues Management, einer hat sich entschieden, mich kurz vor Transferschluss von der Kaderliste zu streichen." Die Folge: Dejagah konnte weder wechseln noch spielen, hielt sich im Training und privat fit. Wann ist er für den VfL einsatzbereit? "Ich bin fit", betont er, "ich brauche natürlich noch ein bisschen Zeit." Trainer Ismael will dennoch nicht ausschließen, dass Dejagah schon am Samstag in Köln zum Kader gehört. "Er steht zur Verfügung, hat keinen großen Rückstand. Wir werden ihm schnell Beine machen." Der erste Eindruck des Coaches: "Ashkan ist drahtig, er hat keine zehn Kilo zugelegt."

...den Abstiegskampf: 2011 wäre Dejagah beinahe mit dem VfL abgestiegen, erst am letzten Spieltag retteten sich die Niedersachsen durch einen 3:1-Sieg bei der TSG Hoffenheim. Abstiegsängste, die Dejagah nicht noch einmal haben möchte. "Jetzt geht es nicht um Schönspielen, sondern ums Kämpfen. Das ist jetzt Abstiegskampf, da muss man kämpfen. Da gibt es keine Freundschaften mehr auf dem Platz."

Ashkan Dejagah

Trio im VfL-Training: Mario Gomez, Ashkan Dejagah und Yunus Malli (v.l.). picture alliance

...seine neue Mannschaft: Es hat sich viel getan beim VfL seit Dejagahs Abschied 2012. "Einige Gesichter kenne ich aber noch." Von der Qualität seines neuen alten Teams ist er überzeugt. "Von den einzelnen Spielern her ist das eine überragende Mannschaft." Auch Mario Gomez, dem er zukünftig vom Flügel ("Ich spiele dort, wo der Trainer mich braucht") zuarbeiten soll, kennt er bereits aus U-Nationalteams. "Es ist super, so einen Stürmer vorne drin zu haben."

...die VfL-Fans: Beim Wolfsburger Anhang genießt Meisterspieler Dejagah Legendenstatus. "Mein Abgang war traurig damals", erinnert sich der Mittelfeldmann, der mit Meisterschale unterm Arm in der Volkswagen-Arena persönlich verabschiedet wurde. "Ich hatte immer eine gute Verbindung zu den Fans. Es ist schön, das nun wieder zu fühlen. Die Fans stehen hinter der Mannschaft, ich hoffe, dass sie es auch jetzt tun." Zuletzt gegen Augsburg hatten die Pfiffe des VfL-Anhangs für Diskussionen gesorgt.

...die Gratulanten: Ein VfL-Held von 2009 ist zurück. Welche Meisterspieler von damals haben ihm schon gratuliert? Sascha Riether versuchte, ihn zu erreichen, verrät Dejagah. "Edin Dzeko hat mir auf Instagram geschrieben." Ein dicker Kumpel von einst hat sich hingegen noch nicht gerührt. "Auf Alexander Madlung warte ich noch..."

Thomas Hiete

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