2. Bundesliga

Debütant Toprak und der Appell: "Gegen den HSV müsst ihr gewinnen"

Werder-Kapitän vor seinem ersten Nordderby

Debütant Toprak und der Appell: "Gegen den HSV müsst ihr gewinnen"

Will im ersten Nordderby gleich einen Sieg: Bremens Kapitän Ömer Toprak.

Will im ersten Nordderby gleich einen Sieg: Bremens Kapitän Ömer Toprak. imago images/Kirchner-Media

Ömer Toprak hat in seiner Karriere viele Derbys bestritten, mit Borussia Dortmund gegen Schalke 04, mit Bayer Leverkusen gegen den 1. FC Köln. Das Nordderby zwischen Werder und dem Hamburger SV habe der 32-Jährige jedoch "sonst immer vorm TV verfolgt". Im Hinspiel war er erstmals auch hautnah dabei, merkte, "hier geht es um einiges" - auch wenn er die "super Atmosphäre" im Wohninvest Weserstadion seinerzeit nur von der Tribüne aus erleben konnte: "Ich war leider verletzt", so der Bremer Abwehrchef: "Deshalb bin ich froh, dass ich am Wochenende mein erstes Nordderby spiele."

Toprak bekommt die Bedeutung zu spüren

Von Vergleichen zum Ruhr- oder Rheinderby sah der Kapitän am Mittwoch indes ab, jedes dieser Spiele habe etwas "Spezielles". Zweieinhalb Jahre ist Toprak seit seinem Wechsel vom BVB nun schon für Werder aktiv. Noch hatte er in dieser Zeit "nichts mit dem Nordderby zu tun", weil die Duelle zwischen den beiden Rivalen seit Ende der Saison 2017/18 nicht mehr zu Stande kamen, als der HSV den Gang in die 2. Liga antreten musste. Die Bedeutung des Spiels bekommt der Türke in diesen Tagen jedoch umso mehr zu spüren: "Ich werde natürlich auch darauf angesprochen: 'Gegen den HSV müsst ihr gewinnen, gegen den HSV müsst ihr gewinnen.'"

Nach dem jüngsten 1:1-Unentschieden gegen Ingolstadt (vor einer Woche noch Tabellenletzter), das nach sieben Spielen in Folge das Ende der Bremer Siegesserie bedeutete, war es allen voran Toprak, der ein paar kritische Töne anstimmte. Er bekräftigte nun noch einmal, bereits im Vorfeld das Gefühl verspürt zu haben, "dass es immer enger wurde", dass die beiden zurückliegenden Partien nicht mehr so souverän geführt wurden wie noch in den Wochen zuvor: "Wir haben uns da ein Eigentor geschossen."

Schärfe und mentale Stärke

Einen Spannungsabfall im Vorfeld der Partie am Sonntag (13.30 Uhr) in Hamburg schließt er hingegen aus: "Ich glaube, die baut sich von selbst auf. Jeder spricht über das Derby - ob im Alltag oder im Verein." Neben einer "Schärfe, die wir uns auf dem Trainingsplatz holen müssen", fordert Toprak auch mentale Stärke ein: "Wir müssen uns emotional darauf einstellen." Bei den taktischen Vorbereitungen sollte man jene Emotionalität jedoch besser weglassen, rät er.

Unter Ole Werner ist das jedoch wohl kaum zu befürchten, zumal der Innenverteidiger den Trainer ausdrücklich lobt: "Er hat sehr viel Ruhe reingebracht und uns davon überzeugt, dass wir eine sehr gute Mannschaft sind." Seitdem der Coach bei Werder übernommen hat, wurden alle vier Auswärtsspiele gewonnen. Und so hofft Toprak auch für den späten Sonntagnachmittag, "dass ich mit einem lachenden Gesicht in den Bus Richtung Bremen einsteige".

Tim Lüddecke