Europa League

De Geas Elfmeter-Null mit Ansage - Rashford rassistisch beleidigt

ManUnited-Stürmer rassistisch beleidigt

De Geas Null mit Ansage - Rashfords "Bla, bla, bla"-Interview

Wieder nur Zweiter: David de Gea (li.) und Marcus Rashford.

Wieder nur Zweiter: David de Gea (li.) und Marcus Rashford. Getty Images (2)

Geronimo Rulli allein vollbrachte am Mittwochabend in Danzig Bemerkenswertes. Zehn Elfmeter passieren lassen und trotzdem von allen als Elfmeterheld gefeiert werden - das muss ihm erst mal jemand nachmachen.

Indem er im Elfmeterschießen gegen Manchester United seinen Versuch zum 11:10 verwandelte und den seines Gegenübers David de Gea parierte, bescherte der 29-jährige Torhüter dem FC Villarreal nicht einfach nur die Europa-League-Trophäe, sondern den ersten Titel der 98-jährigen Klubgeschichte (sieht man mal von den UI-Cups 2003 und 2004 ab, die auch Schalke-Fans nicht mitzählen).

De Gea ließ die letzten 40 Elfmeter passieren

Genauso bemerkenswert war aber auch, was de Gea widerfuhr. Der Spanier versuchte im Elfmeterschießen zwar eifrig, Villarreals Schützen durch körperliche Nähe und kleine Gespräche aus dem Konzept zu bringen, wartet nun aber schon seit fünf Jahren darauf, in einem Pflichtspiel für ManUnited oder Spanien einen Elfmeter zu halten. 40-mal in Serie wurde er überwunden.

Dass Ole Gunnar Solskjaer ihn nicht noch rechtzeitig für Dean Henderson ausgewechselt hatte, verstand hinterher nicht jeder. "Man geht natürlich alle Szenarien durch", räumte der Trainer ein, zumindest über einen Torwarttausch nachgedacht zu haben. De Geas Bilanz sei ihm im Vorfeld durchaus bewusst gewesen. "Aber wir waren von David überzeugt."

Elfer-Held Rulli mit Bestnote: Die kicker-Noten zum Europa-League-Finale

Solskjaer, der in der 100. Minute überhaupt erstmals gewechselt hatte, warf seiner Mannschaft stattdessen vor, "nicht dagewesen" zu sein und das Spiel nach Edinson Cavanis Ausgleich "nicht kontrolliert" zu haben. "Sie haben es uns schwer gemacht, wir haben nicht genügend Großchancen herausgespielt." Insgesamt sahen die 9500 Zuschauer in 120 Minuten nur drei Schüsse aufs Tor (2:1 für ManUnited) - laut "Opta" die wenigsten in einem Europa-League-Spiel seit 2011.

Rashford frustriert: Zweite Plätze bedeuten "nichts"

Wie in der Premier League blieb United nur der zweite Platz, bloß dass der Gegner am Mittwoch nicht Manchester City, sondern der La-Liga-Siebte war. "Nein, das ist natürlich keine erfolgreiche Saison", bekannte Solskjaer. "Das sind die feinen Unterschiede im Fußball: Manchmal entscheidet ein Schuss darüber, ob eine Saison erfolgreich ist oder nicht."

Auch Stürmer Marcus Rashford wollte am "BT Sport"-Mikrofon "nichts von 'sie waren nah dran' hören - das bedeutet gar nichts. Es gibt einen Gewinner und einen Verlierer", auch in der Liga. Genervt meinte er: "Die Leute sagen immer wieder, bei uns geht es bergab, bla, bla, bla. Aus meiner Sicht haben wir alles, um auf höchstem Niveau mitzuhalten - das Talent, die Fähigkeit. Wir müssen es einfach zeigen."

"Er unterrichtet Kinder!" Rashford wieder rassistisch beleidigt

Keine Stunde nach diesem Interview meldete sich der 23-Jährige auf Twitter & Co. erneut zu Wort. "Bis jetzt mindestens 70 rassistische Beleidigungen auf meinen Accounts gezählt. An alle, die daran arbeiten, dass ich mich noch schlechter fühle als ohnehin schon - viel Glück dabei."

Ein User, der ihm Affen-Emojis geschickt habe, sei "ein Mathelehrer mit offenem Profil", schrieb Rashford. "Er unterrichtet Kinder! Und er weiß, dass er unbehindert rassistisch beleidigen kann ohne Konsequenzen ..."

jpe