NFL

Super-Bowl-Duell: MVP Patrick Mahomes vs. Scherzkeks Jimmy Garoppolo

49ers-Trainer Kyle Shanahan könnte in die Fußstapfen seines Vaters treten

Das Super-Bowl-Duell: MVP Mahomes vs. Scherzkeks Garoppolo

Patrick Mahomes und Jimmy Garoppolo werden sich im Super Bowl LIV begegnen.

Das Duell um die NFL-Krone im Blick: Patrick Mahomes und Jimmy Garoppolo werden sich im Super Bowl LIV begegnen. imago images

Einmal sind sich Chiefs-Quarterback Patrick Mahomes, der MVP der Regular Season 2018 sowie der jüngste MVP seit Dan Marino, und sein 49ers-Pendant Jimmy Garoppolo schon in einem Pflichtspiel begegnet. Das war in der 2018er Saison in Week 3, als San Francisco in Kansas City mit 27:38 unterlegen war. Die Werte der Spielmacher damals: Mahomes kam auf starke 314 Passing Yards sowie drei Touchdown-Pässe, Garoppolo hielt mit 251 Passing Yards sowie zwei Touchdown-Pässen gut mit.

Nun werden sich die beiden jungen NFL-Quarterbacks im kommenden Super Bowl LIV in Miami gegenüberstehen, wenn der Nachfolger der New England Patriots gefunden wird.

Mahomes: "Wir sind noch nicht fertig"

Laut Buchmachern gelten dabei die Chiefs als leichter Favorit, was eben auch an Mahomes direkt liegt. Denn der "Rekordjäger mit Raketen-Arm" hat nach anfänglichen Verletzungsproblemen in dieser Saison immer mehr zu seiner alten Form gefunden und sein Team letztlich mit starken 4031 Yards und 26 Touchdowns bei nur fünf Interceptions mit einer Bilanz von 12:4 in die Play-offs geführt. Dort folgten nach jeweiligen Rückständen klare, verdiente Siege gegen die Houston Texans (51:31 nach 0:24) und zuletzt gegen die Tennessee Titans (35:24 nach 7:17).

Nach seiner nächsten Gala beim Duell mit Tennessee reckte Mahomes (294 Yards Passing, 53 Yards Rushing, vier Total Touchdowns) die Arme triumphierend in den Himmel und ließ sich von den frenetischen Fans im Arrowhead Stadium feiern. Zu Recht, schließlich war ihm nicht nur gerade der erste Super-Bowl-Einzug seiner noch jungen Karriere geglückt, er erlöste die Fans auch nach dem AFC-Finaldrama gegen die Patriots aus dem Vorjahr. Im Anschluss richtete der 24-Jährige im Konfettiregen den Blick schon nach vorne: "Wir sind noch nicht fertig, wir werden auch den letzten Schritt gehen." Zwischendurch unterbrach sein Teamkollege Travis Kelce das Interview. "Dieser Kerl hier", brüllte der Tight End und legte seinen Arm um den überraschten Mahomes, "ist verdammt nochmal der beste Quarterback der Liga".

Im Super Bowl geht es für Kansas City in jedem Fall in der Nacht vom 2. Februar auf den 3. Februar (0.30 MEZ) in Miami gegen die San Francisco 49ers, die in ihrem NFC-Finale die Green Bay Packers mit 37:20 bezwangen - und dem deutschen Linebacker Mark Nzeocha das perfekte Geschenk zu dessen 30. Geburtstag bereiteten.

Garoppolo hat "beim Aufwärmen mehr Bälle geworfen"

Und es geht eben gegen Quarterback Garoppolo, der im Gegensatz zu Mahomes nicht für spektakuläre No-Look-Pässe oder für furiose Würfe aus engsten Lage bekannt ist - sondern eher als "Verwalter" auftritt. So geschehen beim Erfolg über die Packers im NFC-Finale, als "Jimmy G" selbst nur für 77 Yards warf und stattdessen den Ball reihenweise an den überragenden Running Back Raheem Mostert (220 Yards, vier Touchdown-Läufe) überreichte. Der frühere Lehrling von Tom Brady bei den New England Patriots, der in Kalifornien auch schon mit einem Kreuzbandriss ausgefallen war, kommt aber dennoch auch auf solide Werte. In der Regular Season 2019 waren es am Ende 3978 Yards Raumgewinn und 27 Touchdowns bei jedoch 13 Interceptions. Was im Übrigen zu einer Bilanz von 13:3 und dem Number-One-Seed der NFC führte.

Der zweimalige Super-Bowl-Sieger, jeweils als Backup von "König Brady", nahm seinen wenig aufregenden Auftritt gegen die Packers übrigens mit Humor. "Ich glaube, ich habe beim Aufwärmen mehr Bälle geworfen", scherzte er angesichts seiner acht Passversuche inklusive der sechs angebrachten Zuspiele. Mehr war nicht nötig, weil die Kalifornier im Laufspiel schlicht nicht zu stoppen waren. "Wenn etwas funktioniert, bleibst du dabei", sagte Kyle Shanahan.

Die Geschichte der Trainer

Apropos Shanahan, apropos Head Coaches. Während der Cheftrainer der Niners mit einem Triumph im kommenden Super Bowl in die Fußstapfen seines Vaters Mike (67, einmal Champion mit San Francisco, zweimal mit den Denver Broncos) treten könnte, kämpft auf der anderen Seite Chiefs-Trainer Andy Reid darum, endlich den Stempel des Unvollendeten abzulegen. "Wir können all die Berichte nicht mehr hören, dass er das große Ding nicht holen kann", meinte Kelce über den 61-jährigen Reid, der seit 1992 als Head Coach in der NFL aktiv ist, den Titel aber trotz der Erfahrung von 28 Play-off-Partien (14 Siege, 14 Niederlagen) noch nicht gewonnen hat. "Wir werden das Gegenteil beweisen."

mag

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