Champions League

Das "Phänomen" Lewandowski - und Bayerns skurrile Situation

Zufriedener Flick - Pavard soll im Halbfinale dabei sein

Das "Phänomen" Lewandowski - und Bayerns skurrile Situation

Robert Lewandowski

Das Phänomen: Acht Torbeteiligungen in zwei Spielen - Robert Lewandowski (rechts) führte den FC Bayern München praktisch alleine ins Viertelfinale der Champions League. imago images

So gut, dass selbst die Dopingfahnder misstrauisch werden: Robert Lewandowski musste die Feierlichkeiten nach dem nie gefährdeten Viertelfinal-Einzug des FC Bayern ein wenig nach hinten verschieben - der Pole wurde unmittelbar nach dem 4:1-Erfolg des deutschen Rekordmeisters gegen den FC Chelsea zur Doping-Kontrolle gebeten. "Wie immer", sagte der Stürmer im Anschluss lächelnd bei "Sky". Dazu hatte er allen Grund: Im Rückspiel des Achtelfinals traf er erneut doppelt und bereitete zwei weitere Treffer vor. Ein weiterer Assist kommt hinzu, weil Lewandowski den Elfmeter, der zum 1:0 führte, selbst herausholte. Im Hinspiel Ende Februar war er ebenfalls mit zwei Assists und einem Tor an drei FCB-Treffern direkt beteiligt.

"Das Wichtigste war, dass wir gut nach vorne gespielt und Spaß gehabt haben", sagte der 31-Jährige. "Wir wussten, wir müssen heute direkt in Form kommen. Auf etwas anderes konnten wir nicht warten." Und lange wartete der Torjäger auch nicht - nach nur zehn Minute verwandelte Lewandowski einen Elfmeter zur 1:0-Führung gegen die Blues. Kurz vor dem Ende ließ der Pole seinen 13. Treffer dieser Champions-League-Saison folgen. Damit fehlen ihm noch vier, um den aktuellen Rekordhalter Cristiano Ronaldo einzuholen. "Das ist nicht mein Ziel. Wir müssen als Mannschaft gut spielen. Wir haben nur ein Spiel und die bessere Mannschaft kommt in die nächste Runde", sagte der Stürmer bescheiden.

Wenn man dann sieht, wie er heute performt hat - was soll man dann sagen?

Leon Goretzka über Robert Lewandowski

"Er ist tatsächlich ein Phänomen", sagte Teamkollege Leon Goretzka nach der Partie gegen die Blues. "Vor allem, wenn man gesehen hat, wie er trainiert hat. Ich wusste ja, er würde im Spiel abliefern, aber ich dachte mir schon: Jetzt sprichst du ihn mal an, warum er nicht läuft", erzählte der 25-Jährige. "Aber er hat immer gesagt: Bleib ruhig, Samstag ist wichtig. Und wenn man dann sieht, wie er heute performt hat - was soll man dann sagen?" Für Goretzka war die Partie trotz des deutlichen Ergebnisses eine schwierige - allerdings nicht aufgrund der eigentlich klaren Ausgangssituation. "Die meisten von uns haben zuletzt nur 45 Minuten Testspiel gehabt. Und dann spielst du auf einmal ein K.o.-Spiel in der Champions League. Das ist schon eine skurrile Situation", erklärte der Mittelfeldspieler.

Auch Bayerns Trainer Hansi Flick zeigte sich sehr zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft, in dem der FC Bayern gleich zwei neue Rekorde aufstellte: Keinem Team gelangen vorher acht Siege in den ersten acht Spielen einer Champions-League-Saison. Und kein Team erzielte bislang in diesen acht Spielen die 31 Tore der Münchner. "Wir wollten da anknüpfen, wo wir aufgehört haben. Wenn die Türe für Chelsea nochmal aufgeht, dann wären wir daran schuld gewesen", erklärte der Coach, der sich besonders über die Torbeteiligungen seines Topstürmers freute: "Das ist das, was diese Mannschaft auszeichnet. Sie steht als Team auf dem Feld. Das sind die Dinge, die wir als Trainerteam haben wollen."

Den einzigen Schreckensmoment am Samstagabend bescherte den Bayern nicht der Gegner, sondern Jerome Boateng, der sich nach einer knappen Stunde vertrat und behandelt werden musste. Der Verteidiger kehrte zwar zurück aufs Feld, wurde kurz danach aber zur Sicherheit ausgewechselt. "Es ist nicht so schlimm", stellte Flick nach dem Abpfiff klar. Auch bei Joshua Kimmich, der ebenfalls kurz behandelt werden musste, sei "alles okay". Bezüglich des verletzten Benjamin Pavard erklärte der Coach: "Wir versuchen alles, damit er noch ins Turnier eingreifen kann, vielleicht im Halbfinale."

Lampard sieht Bayern als Favorit für den Titel

Chelsea-Coach Frank Lampard meinte nach dem Schlusspfiff: "Wir hatten ein paar gute Momente. Ich finde, am Ende war es ein bisschen zu hoch." Für den ehemaligen Nationalspieler gelten die Bayern als Favorit auf den Champions-League-Titel. "Sie haben ein tolles Team mit viel Talent, einen sehr guten Trainer und viel Erfahrung", erklärte der 42-Jährige, der außerdem Lob für Leipzig-Neuzugang Timo Werner verteilte: "Ich bin sehr zufrieden mit ihm. Ich bin zuversichtlich, dass er in England sehr erfolgreich wird."

fbs

Tormaschinen der Königsklasse: CR7 vorn, Lewandowski holt weiter auf