2. Bundesliga

"Das war einfach schlecht": Ratloser Müller hat "die Schnauze voll"

Schalker Schlussmann fühlt mit den Fans

"Das war einfach schlecht": Ratloser Müller hat "die Schnauze voll"

Schon auf dem Platz alles andere als zufrieden: Marius Müller.

Schon auf dem Platz alles andere als zufrieden: Marius Müller. IMAGO/RHR-Foto

Marius Müller hatte noch keine Silbe herausgebracht, da war ihm bereits in aller Deutlichkeit anzumerken, wie es um sein Gemüt bestimmt war. Der 30-Jährige war mehr als bedient und wollte seinem Ärger am Sky-Mikrofon Luft machen. "Am Ende reicht es nicht, wenn du so auftrittst", lautete seine erste Einschätzung der 0:1-Niederlage seiner Schalker bei Holstein Kiel.

Müller: Schalke kann noch "froh sein"

Dass es "eklig" und "schwierig" bei den Störchen werden würde, sei für den Schlussmann klar gewesen und "in Ordnung". Nicht so aber der eigene Auftritt: "Wieder haben wir zu viele individuelle Fehler gemacht, technische Fehler gemacht und kopflose Dinge getan", führte Müller einen erneuten Rückfall in bekannte Muster aus, und stellte klar, dass der knappe Sieg der Kieler eher noch schmeichelhaft für S04 gewesen war: "Sie hätten in der ersten Halbzeit schon klar führen müssen, so viele Chancen wie sie hatten. Wir können froh sein, dass sie das Tor nicht getroffen haben."

Wie der entscheidende Treffer dann zustande gekommen war, umschrieb Müller derweil im Wesentlichen mit einem Wort: "Bitter." Nicht nur hatte ausgerechnet Ex-Schalker Steven Skrzybski seine alte Liebe ins Herz getroffen, auch die Situation an sich war für den ehemaligen Leipziger, der im Sommer 2023 aus Luzern ins Ruhrgebiet gewechselt war, unglücklich gewesen. "Ich sehe die Schussabgabe nicht. Vielleicht kann ich ihn dann auch noch halten", so Müller, der hinsichtlich eines möglichen Foulspiels an Terodde vor dem Gegentreffer kein Urteil abgeben wollte: "Das machen die Schiris."

Königsblauer Doppel-Schlaf wird bestraft

Zur Wahrheit gehörte aber auch, dass Königsblau sich in der gesamten Entstehung des Tores von der vorangegangen Kieler Chance bis hin zum Einschlag nach der folgenden Ecke alles andere als mit Ruhm bekleckert hatte - wie auch Müller schonungslos ansprach: "Wir pennen zweimal vor dem Tor. Erst bei der Chance und dann beim eigentlichen Tor. Das war defensiv zu wenig."

Eine klare Ansprache, die beim Routinier jedoch ehrlicher Ahnungslosigkeit wich, als er nach den Gründen der wiederkehrenden Fehler befragt wurde. "Keine Ahnung", gab er offen zu und verwies darauf, dass Fußball eben so sei: "Das kannst du nicht erklären. Wenn du jetzt bei Leverkusen fragst, was der Grund ist, dass die so durch die Bundesliga marschieren, können die das auch nicht erklären."

Das ist erschreckend.

Marius Müller über die Reaktion der Schalker Fans nach Abpfiff

Bei Schalke geht es allerdings in die völlig entgegengesetzte Richtung, die einmal mehr auch auf den Rängen für Konsequenzen sorgte. Zwar stellten die Fans ihren Support nicht ein, reagierten aber mit Stille auf die Spieler, die sich nach dem abermals enttäuschenden Auftritt der mitgereisten Kurve gestellt hatten. "Das ist erschreckend", ließ Müller die Augenblicke Revue passieren, "wenn sie jubeln, ist es natürlich schön, wenn sie uns beleidigen, kannst du auch was damit anfangen. Aber wenn kein Feedback kommt, solltest du dir Gedanken machen." Mahnende Wort des Keepers, der "vollstes Verständnis" für den eigenen Anhang äußerte: "Ich habe auch die Schnauze voll."

Gedanken machen sollte man sich auf Schalke auch um den kommenden Gegner SV Wehen Wiesbaden. Im Hinspiel glitt den Schalkern der Sieg spät aus den Händen. Im Rückspiel soll das anders laufen und eine Erfolgsserie gestartet werden. Zumindest wenn es nach Müller geht, der sich endlich Konstanz herbeiwünscht und gegen die Hessen auf die Erfahrungen aus dem Duell mit Braunschweig setzt: "Wir haben ein ähnliches Spiel wie letzte Woche und müssen die Eier wieder auf den Tisch legen."

mja

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