Spanien

Real Madrid: Bleibt Eden Hazard nur die Flucht?

Lage in Madrid wird immer aussichtsloser

Das Problem heißt Ancelotti: Bleibt Hazard nur die Flucht?

Ein seltener Anblick: Eden Hazard im Einsatz.

Ein seltener Anblick: Eden Hazard im Einsatz. Getty Images

Es existiert nicht nur ein Foto vom jungen Eden Hazard, auf dem er stolz ein Trikot von Zinedine Zidane trägt. Der Franzose sei sein großes Vorbild gewesen, betonte der Belgier noch Jahre später. Etwa als er zu Real Madrid wechselte, um unter seinem Vorbild spielen zu dürfen.

Nun, viel märchenhafter wurde diese Geschichte nicht. Jede Menge Verletzungspech ließ Hazard nie wirklich in Madrid ankommen, wo Real für bis zu 120 Millionen Euro Ablöse seit 2019 gerade einmal 53 (Kurz-)Einsätze und fünf mickrige Tore bekam. Dabei deutet seine Rückennummer 7 an: Der hätte eigentlich mal Cristiano Ronaldo ersetzen sollen.

Ancelotti handelt konservativ

Im Herbst 2021, Hazard ist inzwischen 30, gilt er praktisch erstmals über einen längeren Zeitraum als weitgehend verletzungsfrei. Doch sein Trainer heißt mittlerweile nicht mehr Zidane, sondern Carlo Ancelotti.

Als der Trainer der "Decima" (Reals zehnter Champions-League-Titel 2014) im Sommer überraschend in die spanische Hauptstadt zurückkehrte, war nicht nur allen im königlichen Umfeld recht schnell klar, dass hier kein wirklicher Umbruchstrainer verpflichtet wurde. Und es ist in erster Linie die konservative Vorgehensweise des Italieners, die Hazard in eine ziemlich aussichtslose Lage bringt.

Zwar attestiert selbst Ancelotti dem Belgier eine derzeit "gute Verfassung", doch regelmäßig gibt er Lucas Vazquez oder dem seit Jahren hinter den einst großen Erwartungen zurückbleibenden Marco Asensio den Vorzug. Und die reißen in der Regel keine Bäume aus. Kaum mehr als bisher 400 Saisonminuten - oft, wenn es um nicht mehr viel ging - sind für einen fitten Eden Hazard viel zu wenig.

Während die Königlichen auch in Gänze nur gelegentlich wirklich überzeugen, heißt das Problem des eigentlichen Weltklassespielers wohl: Carlo Ancelotti. "Ich bevorzuge momentan andere Spieler", gibt dieser ganz offen zu; "Ich habe noch nie einen Spieler zum Bleiben gezwungen", klingt geradezu nach einem Wink mit dem Zaunpfahl.

Hazards Platz gehört Vinicius

Nun hat sich Ancelotti auch erklärt. In der auch unter ihm ziemlich unantastbaren 4-3-3-Grundordnung sehe der 62-Jährige seinen Schützling ganz klar - oder womöglich nur - auf dem linken Flügel. Dort allerdings ist seit Wochen am formstarken Vinicius Junior kein Vorbeikommen. Alternativ verortet Ancelotti Hazards Qualitäten in einer "zentraleren Rolle", die das 4-3-3 jedoch nicht hergibt.

Unter seinem jetzigen Trainer scheint es also keinen Platz zu geben für einen, an dem sich Aufstellungen vor wenigen Jahren noch ausgerichtet haben. Ohne Spielpraxis wird Real Madrid diesen Spieler allerdings nicht mehr bekommen. Und obwohl Hazard manchmal den Eindruck mache, "ist ihm das alles nicht egal", versichert Teamkollege Dani Carvajal. So sprießen bereits die ersten Gerüchte über einen Abgang nach dieser Saison - wenn nicht sogar schon im Winter.

nba

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