2. Bundesliga

Das neue Gesicht von St. Pauli und eine knallharte Analyse

Hamburger drehen Spiel in Heidenheim

Das neue Gesicht des FC St. Pauli und eine knallharte Kabinen-Analyse

Rückstand gedreht: Maximilian Dittgen bejubelt das 2:1.

Rückstand gedreht: Maximilian Dittgen bejubelt das 2:1. imago images/Jan Huebner

Auf der Schwäbischen Alb sah es für den FC St. Pauli beim heimstarken FCH zunächst gar nicht gut aus. Das Team von Frank Schmidt führte verdient mit 1:0 und hätte durchaus einen weiteren Treffer nachlegen können. "Sie haben uns hoch gepresst, da haben wir nicht gut ausgesehen", weiß Schultz um die Probleme vor der Pause.

Doch es zeigte sich eben auch eine neue Qualität des Spitzenreiters der 2. Liga. "Wir sind in den letzten Monaten einen Schritt gegangen, sodass uns ein frühes Gegentor nicht aus der Bahn wirft und dass wir uns dann in einer Halbzeit zusammenraufen", hebt Guido Burgstaller das neue Selbstbewusstsein auf dem Kiez hervor.

In der Tat ließen sich die Hamburger in der Vergangenheit zu schnell aus der Spur bringen, wenn es mal nicht rund lief. Denn St. Pauli hatte zuletzt am 27. April 2019 ein Spiel gedreht und gewonnen (4:3 gegen Jahn Regenburg nach zweifachem Rückstand).

Dittgen: "Wir haben uns in der Kabine eingeschworen"

Der Wende wurde in der Kabine eingeleitet. Denn die Pause war bei den Hamburgern offensichtlich sehr intensiv. "Wir haben uns in der Kabine eingeschworen und besprochen, was wir verändern wollten", gibt Joker und Doppeltorschütze Maximilian Dittgen Einblicke. Philipp Ziereis bestätigt: "Wir haben die erste Hälfte in der Kabine knallhart analysiert und uns viel für die zweite Halbzeit vorgenommen." Schultz musste seine Jungs dabei eher beruhigen, weil es ordentlich zur Sache ging.

Dass da auf dem Kiez zehn Jahre nach dem letzten Abstieg Träume auf eine Bundesliga-Rückkehr weiter reifen, daran hat der Trainer gar nichts auszusetzen: "Ich bin ein Freund von Euphorie. Ich mag niemandem das Träumen verbieten, wenn er dabei das Arbeiten nicht vergisst."

Spitzenteam? "Noch nicht"

Darüber muss sich der Coach derzeit zumindest keine Sorgen machen, denn das zeigt das Comeback in Heidenheim und die Aussagen der Spieler ebenfalls. "Wir müssen aufpassen. Es ist noch lange nicht das Ende der Fahnenstange. Es gibt noch viele Dinge zu verbessern", warnt Dittgen vor Selbstzufriedenheit. "Als Spitzenteam kann man uns noch nicht bezeichnen", sagt Burgstaller. Aber das kann ja noch werden, wenn "wir uns immer wieder weiterentwickeln, an uns arbeiten und uns fordern". 

Allerdings hat St. Pauli schon in Heidenheim genau die Qualitäten eines Spitzenteams gezeigt und gegen alle Widerstände und mit einer schwachen ersten Hälfte am Ende doch den nächsten Dreier eingefahren.

Mit 22 Punkten nach zehn Spielen haben die Hamburger zudem ihren Startrekord aus der Saison 2011/12 egalisiert. Damals reichte es am Ende allerdings nur für Rang vier - das dürfte für alle Warnung genug sein.

tru

Pfeiffer & Pfeiffer sowie drei Kiez-Kicker: Die kicker-Elf