Bundesliga

Minus wird kleiner: Wolfsburg auf Weg zur "Schwarzen Null"

VfL-Verlust von beinahe 18 Millionen Euro in der Saison 2020/21

Das Minus wird kleiner: Wolfsburg auf dem Weg zur "Schwarzen Null"

Geschäftsführer beim VfL: Jörg Schmadtke (li.) und Michael Meeske.

Geschäftsführer beim VfL: Jörg Schmadtke (li.) und Michael Meeske. imago images

Natürlich, es ist immer noch ein dickes Minus, das der VfL Wolfsburg vorzuweisen hat. Im Geschäftsjahr 2020/21 erwirtschafteten die Niedersachsen einen Verlust von beinahe 18 Millionen Euro. Und dennoch kann Geschäftsführer Michael Meeske behaupten: "Es sind vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie, die uns nahezu im gesamten Geschäftsjahr begleitet hat, passable Zahlen. Der Trend geht eindeutig in die richtige Richtung."

In der Tat: In der Saison 2018/19, als Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer noch verstärkt mit Altlasten zu kämpfen hatten, betrug das Minus noch rund 45 Millionen Euro. Verluste, und das ist einer der großen Vorteile der Volkswagen-Tochter, die aufgrund des seit 2011 bestehenden "Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag" zwischen der Fußball-GmbH und dem Autokonzern von VW ausgeglichen werden. Im Gegenzug müsste der Klub auch Gewinne an den Eigner abführen.

Personalkosten wurden gesenkt

Das soll womöglich schon im nächsten Jahr wieder der Fall sein, Geschäftsführer Meeske ist optimistisch, in der gerade abgelaufenen Saison aufgrund der Teilnahme an der Champions League, die rund 35 Millionen Euro brachte, auf die "Schwarze Null" zuzusteuern. "Wir streben für die folgenden Geschäftsjahre an, profitabel zu sein", betont der 50-Jährige.

Das veränderte Gehalts-Niveau wird mehr und mehr zur Realität.

Michael Meeske

Auch beim Vorhaben, die Personalkosten seines Kaders zu senken, ist der VfL leicht vorangekommen. Waren es vor Jahren noch 100 Millionen Euro, die auf den Lizenzspielerbereich entfielen, wurde diese Summe runtergefahren auf mittlerweile rund 92 Millionen Euro. Meeske: "Das veränderte Gehalts-Niveau wird mehr und mehr zur Realität. Die Qualifikation zur Champions League sorgte aber dafür, dass bereits bis 30. Juni 2021 bestimmte Prämienzahlungen fällig wurden, womit die Absenkung etwas reduziert wurde."

Meeske: "Der Trend ist positiv"

Dass der Umsatz im Vergleich zur Saison 2019/20 um rund zwölf Millionen (199 Millionen Euro statt zuvor rund 211 Millionen) gesunken ist beim VfL, macht Meeske vor allem am Verpassen der Gruppenphase der Europa League (Aus in den Play-offs gegen AEK Athen) und den Auswirkungen durch die Corona-Pandemie verantwortlich. "Es fehlen zehn bis zwölf Millionen, wenn man die Gruppenphase der Europa League verpasst. Einen ähnlichen Betrag verlieren wir pro Saison durch die Pandemieauswirkungen." Die an anderen Standorten mit einem höheren Zuschaueraufkommen freilich deutlich höher ausfallen.

Meeske resümiert: "Der Trend ist positiv. Corona-bereinigt wären wir bereits bei einem geringen Fehlbetrag gelandet. Wenn man es dann schafft, seine Europa-League-Perspektive zu festigen, dann ergibt sich auch eine entsprechend positive Ergebnisperspektive." Jedoch: In der nun abgelaufenen Spielzeit 2021/22 hat der VfL erstmals in der Ära Schmadtke seine sportlichen Ziele verpasst, wurde in der Liga lediglich Zwölfter.

Thomas Hiete

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