Bundesliga

Das Meeting vor Bremen: Wie Maaßen den FCA in die Spur gebracht hat

Augsburgs Umstellungen fruchten auch gegen Bayern

Das Meeting vor Bremen: Wie Maaßen den FCA in die Spur gebracht hat

Mit neuer, alter Ausrichtung zum Erfolg: FCA-Trainer Enrico Maaßen.

Mit neuer, alter Ausrichtung zum Erfolg: FCA-Trainer Enrico Maaßen. IMAGO/Sven Simon

Voller Begeisterung sprachen Spieler und Verantwortliche des FC Augsburg vor der Saison über den neuen Trainer Enrico Maaßen und dessen Vorstellung von Fußball. Der Bundesliga-unerfahrene Coach wollte dem chronisch kampfbetonten FCA Ballbesitz-Fußball beibringen, spielerische Lösungen installieren. Das klappte bei vier Niederlagen aus den ersten fünf Ligaspielen nur bedingt; zu wenige Chancen kreierten die Augsburger, zu uninspiriert traten sie auf, zu schwerfällig wirkte das eigene Spiel.

Im Anschluss an das biedere 0:2 gegen Hertha BSC am 5. Spieltag setzte sich das Trainerteam zusammen und erwog eine Umstellung. Zurück zur Viererkette, dazu ein wuchtiger Angriff mit einer Doppelspitze (Ermedin Demirovic und Mergim Berisha) und zwei nominellen Stürmern auf den Außenbahnen (André Hahn und Florian Niederlechner). "Ist das nicht vielleicht ein bisschen offensiv?", fragte Maaßen seine Kollegen zwar, in Bremen wandte er die neue Formation trotzdem an - mit Erfolg.

FCA-Spiele im September und wie es weitergeht

Vor jenem 1:0-Auswärtssieg hat der FCA nicht nur das System geändert, auch die Art und Weise des eigenen Spiels. "Wir haben gesagt, dass wir mit vertikalen Bällen, diagonalen Bällen hinter die letzte Linie arbeiten wollen. Wir wollen auf den zweiten Ball gehen. Und wollen unser hohes Pressing weiter beibehalten." Kurz gefasst: Augsburg sollte wieder so auftreten, wie es Augsburg in elf Jahren Bundesliga fast immer gemacht hat: "zweikampfstark, eklig, als Team", wie André Hahn es zusammenfasst.

Wenn du in Bremen und auch heute mit vier Stürmern spielst, musst du wirklich dicke Eier haben.

Rafal Gikiewicz

Dieser neue, alte Ansatz führte auch gegen die Bayern zum Erfolg, wenngleich die Münchner reihenweise Hochkaräter liegenließen. "Enno hat gezeigt, dass er dicke Eier hat", lobt Torhüter Rafal Gikiewicz. "Wenn du in Bremen und auch heute mit vier Stürmern spielst, musst du wirklich dicke Eier haben. 70 Prozent der Trainer wollen gegen Bayern tief stehen und 90 Minuten den Bus parken." Im letzten Meeting vor dem Duell mit dem FCB hatte Maaßen seiner Mannschaft gesagt, "dass es ihm scheißegal ist, ob wir das Spiel 4:0 oder 5:0 verlieren. Aber wir haben die Chance, das Spiel zu gewinnen. Und das haben wir geschafft."

Hahn: "Spielen so, wie die Fans uns sehen wollen"

Zurück zu den Basics ging es für den FCA und damit raus aus dem Tabellenkeller. Mit neun Punkten aus sieben Spielen rangiert der letztjährige Vierzehnte aktuell auf Platz elf, vorerst mal vier Punkte vor einem Abstiegsplatz. "Wir spielen mit extrem viel Leidenschaft, mit extrem viel Kampf und Herz", findet Hahn. "Einfach so, wie die Fans uns sehen wollen - und so, wie der FC Augsburg auftreten muss, um in der Liga zu bleiben."

Mario Krischel

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