DFB-Pokal

"Das macht keinen Sinn": Füllkrugs Ärger über sein einkassiertes Tor

Werder scheidet im Pokal in Paderborn aus

"Das macht keinen Sinn": Füllkrugs Ärger über sein einkassiertes Tor

Unverständis auf Bremer Seite: Der Treffer von Niclas Füllkrug in dieser Szene zählte letztlich nicht.

Unverständis auf Bremer Seite: Der Treffer von Niclas Füllkrug in dieser Szene zählte letztlich nicht. IMAGO/Ulrich Hufnagel

Die Bremer kamen an diesem Mittwochabend nicht gut ins Spiel, lagen zur Pause gegen starke Paderborner bereits mit 0:2 zurück. Das stieß auch Angreifer Niclas Füllkrug, der ohne seinen aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichenen Sturmpartner Marvin Ducksch auskommen musste, am Ende sauer auf.

"Wir spielen eine ganz schlechte erste Hälfte, ich glaube, ein paar sind in der Kabine geblieben mit dem Kopf", ärgerte sich der beste Torjäger der Bundesliga. "Wir hätten heute dann schon auch einen Push gebraucht auch von einigen Spielern, die zuletzt nicht so häufig zum Einsatz kamen. Das muss man ehrlich sagen, weil wir in einer intensiven Woche sind. In der ersten Hälfte verlierst du das Spiel, auch wenn du zurückkommst."

Die Aussage stimmt mit Sicherheit zum einen, zum anderen zeigten die Bremer dank Joker Leonardo Bittencourt (ein Tor, ein Assist) nach gut einer Stunde aber auch ein anderes Gesicht und schickten die Partie mit einem 2:2 in die Verlängerung. Und dort ging der SVW vermeintlich in Führung, denn Füllkrug köpfte eine Ecke von Ilia Gruev ein. Schiedsrichter Frank Willenborg zeigte auf den Mittelpunkt, gab also den Treffer zunächst. Bremen jubelte. Da es den VAR in dieser Runde noch nicht gibt, sollte auch nichts gegen den Jubel sprechen. Doch weit gefehlt: Der vierte Offizielle schaltete sich ein, wollte ein Foul von Fabio Chiarodia gegen Robert Leipertz gesehen haben - einen Stoß, einen Block.

Der Treffer zählte deshalb nach Rücksprache des Referees mit seinem Assistenten nicht, die Ecke für Bremen wurde wiederholt. "Die Kommunikation mit dem Schiedsrichter war ganz gut eigentlich, er hat viel mit uns geredet. Es waren aber ein, zwei Situationen sehr fragwürdig, da muss auch der DFB überlegen, ob es sinnvoll ist, ohne Videoassistent zu spielen, obwohl es möglich ist in so einem Stadion. Das gibt ja keinen Nachteil", stellte Füllkrug zunächst mal eine grundlegende Sache in den Raum. 

Füllkrugs Unverständnis für das zurückgenommene Tor

Anschließend brachte der Stürmer etwas Licht in die Szene, die die Partie hätte entscheiden könnten. "Der vierte Offizielle, der 50 Meter entfernt an der Seitenlinie steht, hat mehr gesehen als der Schiedsrichter, der drei Meter entfernt stand", so der Angreifer mit einem ungläubigen Lachen. "Er (der 4. Offizielle; Anm. d. Red.) will gesehen haben, wie Fabios Hand vor der Ausführung des Eckballs im Gesicht von Leipertz ist - und dann wurde auf Foul entschieden. Er sagt, das Foul war vor der Ausführung. Am Ende ergibt es für mich keinen Sinn, für mich ist das ein reguläres Tor. Die Szene hat auch gar nichts dazu beigetragen, was ich im Kopfballduell mache, weil es nicht mein direkter Gegenspieler war."

Die ganze Situation war alles in allem etwas undurchsichtig. "Ich weiß nicht, ob der vierte Offizielle etwas zugerufen bekommen hat, aber wir spielen ja ohne Videoassisten. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das jemand aus 50 Metern Entfernung sieht. Es war ein Getümmel mit 21 Spielern, wie will er das aus 50 Metern sehen?", stellte Füllkrug eine nicht ganz unberechtigte Frage. "Der Schiedsrichter hat ja Tor gepfiffen, wir waren bereits am Jubeln."

Im Elfmeterschießen verloren die Bremer schließlich knapp mit 4:5 und schieden in der 2. Runde des Pokals aus. Die Szene um Füllkrug wird sicher noch etwas diskutiert werden. Doch natürlich müssen sich die Werderaner auch an die eigene Nase fassen, was Füllkrug nochmals unterstrich: "Es wird uns zwar ein reguläres Tor genommen, aber wir verlieren das Spiel in der ersten Hälfte." 

mst, tlü

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