Bundesliga

"Das ist leider Wunschdenken": Toppmöller bittet um Geduld

Eintracht hofft auf Schub durch Marmoush-Rückkehr

"Das ist leider Wunschdenken": Toppmöller bittet um Geduld

Geduld bei der Integration gefragt: Dino Toppmöller (li.) und Sasa Kalajdzic (re.).

Geduld bei der Integration gefragt: Dino Toppmöller (li.) und Sasa Kalajdzic (re.). IMAGO/Laci Perenyi

Lange mussten sie in Frankfurt in auf die ersehnten Verstärkungen für die Offensive warten. Genau genommen die ersten 16 Saisonspiele. Seit Anfang Januar ist Sasa Kalajdzic mit dabei, seit Ende Januar auch Hugo Ekitiké. Doch in den letzten Wochen machte das Angriffsspiel nicht den erhofften Schritt nach vorne, ganz im Gegenteil. Im letzten Drittel blieb das Team in den vergangenen Wochen arg harm- und ideenlos. "Wir müssen schneller ins letzte Drittel kommen. Das müssen wir uns ankreiden lassen", weiß Trainer Dino Toppmöller.

Der 43-Jährige hatte auch selbst gehofft, dass die neuen Rädchen im Waldstadion schneller ineinandergreifen. "Wenn du neue Spieler integrierst, ist es leider immer ein Wunschdenken, auch von mir als Trainer, dass alles sofort von jetzt auf gleich funktioniert", gesteht Toppmöller.

Toppmöller erwartet Wiedergutmachung für Köln

Ein Ziel war, mit der Ankunft des 2-Meter-Manns Kalajdzic vermehrt mit hohen Bällen zu agieren. Der Plan wartet noch auf die Umsetzung. Mit nur 195 Flanken hat die Eintracht noch immer klar die wenigsten in der Liga geschlagen. In diesem Kalenderjahr sind es erst 30 - auch das ist der Tiefstwert.

"Es geht um Abstimmungen und Automatismen, die leider Zeit in Anspruch nehmen", erklärt Toppmöller. Eine Ausrede resultiere daraus aber nicht. "Am Ende des Tages geht es darum, zu zeigen, dass wir den Sieg mehr wollen als der Gegner", bekräftigte Toppmöller, der in dieser Hinsicht "in allererste Linie eine gute Reaktion auf den schwachen Auftritt in Köln" erwarte. Eine Art Wiedergutmachung.

Flexibler Marmoush soll mit Kalajdzic harmonieren

Erschwerend kommt der individuelle Zustand der Neuzugänge hinzu. "Sasa Kalajdzic hat in den letzten zwei Jahren sehr wenig gespielt, das sieht man einfach", so Toppmöller, der dennoch hofft, dass der Österreicher ab sofort an der Seite von Omar Marmoush besser zurechtkommt, weil der Fokus nicht mehr nur auf ihm läge.

Toppmöller über Marmoush: "Er gibt unserem Spiel eine ganz andere Energie"

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Da Kalajdzic in diesen Tagen mit Nachwuchs rechnet, ist noch unklar, ob er am Samstag gegen den VfL Bochum (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) mitwirken kann. "Wenn Sasa spielen wird, ist es das erste Mal, dass er mit Omar auf dem Platz steht", sagte Toppmöller, der sein Wunschdenken auch hier nicht ganz verstecken kann. "Da ist meine Hoffnung, dass es von Anfang an top harmoniert und funktioniert." Ganz neu ist diese Situation für das Duo ja nicht. In der Saison 2021/22 standen beide in neun Spielen für den VfB Stuttgart gemeinsam auf dem Platz.

Nachdem Marmoush in der ersten Saisonhälfte mangels Alternativen meist als Stoßstürmer agierte, dürfte sich seine Rolle an der Seite von Kalajdzic und/oder Ekitiké verändern. "Da haben wir alle Möglichkeiten, weil Omar dieses Profil hat, dass er als Doppelspitze spielen kann, als hängende Spitze, auf den Außen, er kann aus der zweiten Reihe Tiefenläufe machen", erklärt der Chefcoach, der den konkreten Plan für das Wochenende aber noch nicht verraten wollte.

"Noch nicht die Sterne vom Himmel spielen"

Neben der Geduld bat Toppmöller in dieser Woche auch um eine differenzierte Betrachtung der aktuellen Lage. Köln sei ein schlechtes Spiel gewesen, dieser Kritik müsse er sich stellen. Genauso, dass es zuletzt in der Offensive nicht rund lief. Doch von den jüngsten fünf Partien habe sein Team drei gewonnen und nur eins verloren, was nach Leverkusen und dem FC Bayern die beste Ausbeute in diesem Zeitraum sei.

Die emotionalen Höhen und Tiefen am Fußballstandort Frankfurt erlebte Toppmöller zuletzt hautnah: "Nach dem Leipzig Spiel wurde ich nach der Champions League gefragt, nach dem Darmstadt-Spiel waren wir hintenraus die Deppen, nach Mainz hieß es wieder Champions League, in Köln waren wir wieder die Deppen."

In diesem Zusammenhang forderte der Cheftrainer, die "Erwartungshaltung an das anzupassen, was aktuell möglich ist." Die Neuzugänge seien zwar "super toll, aber noch nicht in der Verfassung, die Sterne vom Himmel zu spielen".

Moritz Kreilinger

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