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Das gelbe Fieber kommt nach Cuiaba

Kolumbien: Wird Mondragon zum ältesten WM-Spieler?

Das gelbe Fieber kommt nach Cuiaba

Ein Tanz befeuert das "gelbe Fieber": James Rodriguez (Nr. 10) und Kollegen sorgen bei der WM für Begeisterung.

Ein Tanz befeuert das "gelbe Fieber": James Rodriguez (Nr. 10) und Kollegen sorgen bei der WM für Begeisterung. Getty Images

Die Begeisterung rund um die "Cafeteros" ist riesengroß. 60.000 Anhänger sind nach einer Schätzung der kolumbianischen Reisebürovereinigung ins Nachbarland Brasilien gereist. Den Achtelfinaleinzug haben die Schützlinge des argentinischen Nationaltrainers José Pekerman mit Siegen gegen Griechenland (3:0) und die Elfenbeinküste (2:1) schon perfekt gemacht. Schon ein Punkt gegen Japan würde in Cuiaba zum Gruppensieg reichen. Das Überraschungsteam Costa Rica, Italien oder Uruguay kommen als Achtelfinalgegner in Frage. Verstecken muss sich die "Tri" in der bislang gezeigten Form vor keinem dieser Kontrahenten.

Das Entsetzen, das der WM-Ausfall von Gallionsfigur Falcao (nach Kreuzbandriss nicht rechtzeitig fit) ausgelöst hatte, ist längst grenzenloser Euphorie gewichen. Verantwortlich dafür ist ganz besonders Kolumbiens Nummer 10: James Rodriguez verzückte die Fans in den beiden Auftaktpartien. "Er ist dabei, einer der besten Spieler dieser WM zu werden", schwärmt auch Trainer Pekerman. In den Fokus hat sich zudem Wirbelwind Juan Cuadrado vom AC Florenz gespielt, der bereits mit dem FC Barcelona und Bayern München in Verbindung gebracht wird.

Spielersteckbrief Mondragon
Mondragon

Mondragon Faryd

Spielersteckbrief James
James

Rodriguez James

Spielersteckbrief Ju. Cuadrado
Ju. Cuadrado

Cuadrado Juan

Weltmeisterschaft - Vorrunde, 3. Spieltag
Weltmeisterschaft - Tabelle - Gruppe C
Pl. Verein Punkte
1
Kolumbien Kolumbien
9
2
Griechenland Griechenland
4
3
Elfenbeinküste Elfenbeinküste
3

Avanciert Mondragon zum ältesten Spieler der WM-Historie?

Im abschließenden Gruppenspiel gegen Japan dürfte Pekerman allerdings einige Wechsel vornehmen. Der künftige Dortmunder Adrian Ramos gehört zu den Bankspielern, die auf einen WM-Einsatz hoffen. Macht Pekerman sogar Faryd Mondragon ein verspätetes Geburtstagsgeschenk? Der frühere Kölner feierte im WM-Quartier der Kolumbianer am Sonntag seinen 43. Geburtstag. Sollte er in Brasilien zum Einsatz kommen, wäre er der älteste Akteur, der jemals bei einer Weltmeisterschaft spielte. Bisheriger Rekordhalter ist der Kameruner Roger Milla, der 1994 in den USA im Alter von 42 Jahren auflief. Mondragon ist allerdings froh, überhaupt dabei zu sein: "Wenn mich vor zwei oder drei Jahren jemand gefragt hätte, ob ich mich mit 43 Jahren bei der Weltmeisterschaft sehe, wäre ich ehrlich gewesen und hätte Nein gesagt."

22. Juni 1994: Escobars folgenschweres Eigentor

Andres Escobar

Unvergessen: Andres Escobar, vor 20 Jahren nach einem Eigentor ermordet. Getty Images

Bei aller Euphorie gibt es auch Grund zum Innehalten: Am heutigen Sonntag jährt sich der Tag zum 20. Mal, an dem in Pasadena (USA) das folgenschwerste Eigentor der Fußball-Geschichte fiel. Am 22. Juni 1994 grätschte Verteidiger Andres Escobar im Vorrundenspiel gegen die USA eine harmlose Hereingabe zum 0:1 ins eigene Netz. Geheimfavorit Kolumbien verlor mit 1:2 und verpasste letztlich das fest eingeplante Achtelfinale. Zehn Tage später wurde der 27-Jährige vor einer Bar in Medellin ermordet.

Die Umstände, die zur Bluttat führten, sind bis heute ungeklärt. Wütende Drogenbosse sollen den Mord an Escobar in Auftrag gegeben haben, weil sie bei Wetten auf den Einzug Kolumbiens ins Achtelfinale viel Geld verloren hatten. Die Verbindungen des verurteilten Täters zu mächtigen Drogenkartellen legen diesen Schluss nahe. Bewiesen werden konnte dies allerdings nie. Der Mord an Escobar bleibt in Kolumbien unvergessen.