3. Liga

Das erstaunliche Sverko-Urteil

1.FCS widerspricht DFB-Darstellung

Das erstaunliche Sverko-Urteil

Viel Ärger um Marin Sverkos U-23-Status.

Viel Ärger um Marin Sverkos U-23-Status. imago images

Nach wochenlangem Hin und Her hat es der DFB, derzeit ohnehin durchgeschüttelt vom Machtkampf zwischen Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius, offensichtlich geschafft, eine halbwegs galante Lösung für die Sache "Marin Sverko" zu basteln: 30.000 Euro Geldstrafe bezahlt der 1. FC Saarbrücken dafür, dass er neunmal das U-23-Soll unterschritten hat. Aus Fristgründen, so DFB-Sportrichter Stephan Oberholz auf der Verbands-Webseite, kam es nicht zu Punktabzügen gegen den Aufsteiger, der den vom Kontrollausschuss geforderten Betrag von 35.000 Euro noch ein wenig herunterhandeln konnte.

Erst vor dem Duell mit dem SV Wehen-Wiesbaden im November war damals aufgefallen, dass der kroatische Nachwuchsnationalspieler gar nicht mehr als DFB-U-23-Spieler geführt werden kann. Was Fragen aufwirft, insbesondere die, ob der Verband seine eigenen Regeln zu überprüfen imstande ist? Spannend ist vor dem Hintergrund des Urteils jedenfalls die Darstellung des 1. FCS. Der nämlich teilt mit: "Es ist zu betonen, dass der 1. FC Saarbrücken Marin Sverko nicht wissentlich und auch nicht unter Vorsatz eingesetzt hat um Dritte zu täuschen oder zu benachteiligen, sondern in der Überzeugung und im Vertrauen in die Eingaben im DFBnet, so dass der Spieler als U23-Spieler auch von Seiten des DFB gewertet wurde."

Schon lange für kroatischen Nachwuchs aktiv

Hat also der Verband den Saarländern signalisiert, Sverko als "Deutschen" im Sinne der Spielordnung zu behandeln? Daran lässt die Darstellung des FCS keinen Zweifel: "Insbesondere, da es bis zum Ende des letzten Jahres keinerlei Beanstandungen dahingehend gab und der Verein auch im Vorlauf der Saison den Sachverhalt beim Bereich Spielbetrieb des DFB angesprochen hat und somit die Möglichkeit gegeben war, dies im System zu hinterlegen, bzw. den U23-Status zu entfernen, wie dies aktuell der Fall ist." Zur Einordnung muss man wissen, dass Sverko bereits seit Jahren für Nachwuchsteams Kroatiens aufläuft, explizit für die U 21 des Vize-Weltmeisters hat er sich bereits 2019 "festgespielt".

Saarbrücken jedenfalls stellt den Sachverhalt so dar, dass der Klub der Strafe nur zugestimmt hat, um zusätzliche juristische Kosten und rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden. Dabei spricht das DFB-Urteil, das dem kicker vorliegt, von "fortgesetzten schwerwiegenden Verfehlungen des 1. FC Saarbrücken". Eingedenk der Darstellung des Drittliga-Fünften eine mehr als erstaunliche Urteilsbegründung.

Benni Hofmann