Bundesliga

Darum hätte Javi Martinez doch vom Platz gemusst

Trotz Regeländerung vor zwei Jahren

Darum hätte Javi Martinez doch vom Platz gemusst

Bayerns Javi Martinez

Wurde lange auf dem Platz behandelt: Bayerns Javi Martinez. imago

88 Minuten und 15 Sekunden waren in Mainz gespielt, als Anthony Ujah seinen Gegenspieler Martinez bei einem Einwurf der Gastgeber unsauber mit dem Ellbogen abräumte und dafür richtigerweise die Gelbe Karte sah. Der Spanier blieb liegen, während Ujah die Karte sah, und wurde dann von den Mannschaftsärzten der Münchner am Kopf behandelt.

Bei einer Behandlung auf dem Platz muss der angeschlagene Spieler zunächst vom Platz - so sieht es das Regelwerk des DFB vor. "Ein verletzter Spieler", so heißt es in Kapitel 5, Punkt 3, "darf nicht auf dem Spielfeld behandelt werden und dieses erst nach der Fortsetzung des Spiels wieder betreten; wenn der Ball im Spiel ist, muss er das Spielfeld über die Seitenlinie betreten; wenn der Ball aus dem Spiel ist, darf er das Spielfeld über eine beliebige Begrenzungslinie betreten."

Es gibt aber auch Ausnahmen, unter anderem für den Fall, dass "ein Spieler durch ein physisches Vergehen verletzt wurde, für das der Gegenspieler verwarnt oder des Feldes verwiesen wurde". Wie in diesem Fall, als Ujah die Gelbe Karte bekam. Dass Martinez nach der Unterbrechung nicht vom Platz ging, um dann vom Schiedsrichter wieder aufs Feld gewunken zu werden, war dennoch falsch: Denn die Behandlung auf dem Mainzer Rasen dauerte auch abzüglich der Zeit für die Verwarnung und folgende Diskussionen mit dem Schiedsrichter fast zwei Minuten.

Im Regelwerk ist zwar inzwischen keine genaue Zeitangabe für eine Behandlung auf dem Platz mehr angegeben - dort heißt es nur noch, dass "die Untersuchung/Behandlung schnell beendet" werden soll -, der interne Richtwert für die Schiedsrichter liegt seit Einführung der Regel zur Saison 2016/17 aber bei rund 20 bis 25 Sekunden.

Patrick Kleinmann

Bilder zur Partie 1. FSV Mainz 05 - Bayern München