2. Bundesliga

Darmstadt 98: Schmitz: Einmal Rampenlicht und wieder zurück

Was den Athletiktrainer der Lilien mit Dynamo Dresden verbindet

Darmstadts Schmitz: Einmal Rampenlicht und wieder zurück

Seit 2016 am Böllenfallor: Kai Peter Schmitz.

Seit 2016 am Böllenfallor: Kai Peter Schmitz. imago images/Beautiful Sports

Es war im Februar 2019, der SV Darmstadt 98 stand bedrohlich nah an den Abstiegsrängen, im Verhältnis zwischen dem einstigen Erfolgstrainer Dirk Schuster und der Mannschaft knirschte es schon länger gewaltig und nach dem mühsamen 1:1 beim SV Sandhausen trennte sich der Verein schließlich von Schuster.

Die Trainersuche dauerte ein paar Tage, so dass man eine Übergangslösung für die Partie gegen Dynamo Dresden benötigte. "Deshalb bin ich für ein Spiel eingesprungen", erinnert sich Athletiktrainer Kai Peter Schmitz. "Aber das war nicht nur ich, da haben noch ein paar andere an allen Ecken und Enden geholfen, die gar nicht so in der Öffentlichkeit auftauchen."

Der wohl erfolgreichste Lilien-Coach der Geschichte

Die Partie gewannen die Lilien mit Schmitz an der Seitenlinie 2:0. Mit dem maximalen Punktequotienten von 3,0 (ein Spiel, drei Punkte) ist der heute 50-Jährige der wohl erfolgreichste Lilien-Coach der Geschichte. Da er aber nur die A-Trainerlizenz besitzt, durfte er jedoch nur als Interims-Coach agieren, was für ihn aber kein Problem darstellt.

"Es war klar, dass ich danach dem nächsten Trainer zuarbeite, sofern der mich braucht", sagt er. Bereits einen Tag nach dem Sieg wurde Dimitrios Grammozis als neuer Trainer vorgestellt. Schmitz trat wieder ins zweite Glied zurück. "Ein Cheftrainer braucht gute Mitarbeiter, damit alles funktioniert. Das macht mir unheimlich viel Spaß, da fühle ich mich wohl."

Von jedem Trainer etwas mitgenommen

Schmitz kam im Sommer 2016 mit Norbert Meier ans Böllenfalltor, arbeitete später unter Ramon Berndroth und Torsten Frings. Auf Schuster und Grammozis folgten Markus Anfang und nun Torsten Lieberknecht. Jeder Trainer habe seine Besonderheiten - und von jedem habe er etwas mitgenommen, sagt er. Aber das sei eigentlich bei allen Menschen so, mit denen man zusammenarbeite.

Während die Trainer kamen und gingen, blieb Schmitz. "Das liegt sicherlich daran, dass ich nicht als Co-Trainer mit einem bestimmten Cheftrainer unterwegs bin", sagt er. Damit erging es ihm auch anders als dem Co-Trainer der Dresdner im Februar 2019: Nach dem 0:2 trennten sich die Sachsen von Chefcoach Maik Walpurgis und dessen Assistenten Ovid Hajou. Seit dieser Saison ist Hajou nun Co-Trainer in Darmstadt.

15 Jahre bei Mönchengladbach

Schmitz hat Sport und Publizistik studiert und nie als Profi gespielt. Als Trainer begann er für die Jugend von Borussia Mönchengladbach, wurde später unter dem damaligen Cheftrainer Jupp Heynckes Videoanalyst in der Scouting-Abteilung. Bei den Lilien war Schmitz zunächst Athletikcoach und Spielanalyst in einer Person. Mittlerweile sei er zu 99 Prozent in der Athletik beschäftigt.

"Grundsätzlich sind das Positionen, die bei einem Trainerwechsel nicht ausgetauscht werden", sagt er. In Gladbach habe er 15 Jahre in diesem Bereich gearbeitet. "Und in Darmstadt hat es ja auch schon etwas Tradition, dass man Wert auf personelle Kontinuität legt und nicht gleich alle Positionen wechselt."

Die Woche mit der Vorbereitung auf das Dresden-Spiel sei eine ganz normale Woche für ihn gewesen. "In meinem Bereich gehört das Datensammeln und Auswerten dazu. Ich schaue, wie die Spieler im Training performen und ob sie ein gutes Level haben. Auch angeschlagene Spieler oder zuletzt die Corona-Fälle führe ich wieder heran." Einzige Besonderheit: Weil Athletik in Blöcken trainiert werde, habe man nach der Länderspielpause das Training in diesem Bereich etwas umgestellt.

Stephan Köhnlein

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