2. Bundesliga

Darmstadts Präsident Fritsch warnt vor "Drittliga-Szenario"

Lilien finanziell "definitiv handlungsfähig"

Darmstadts Präsident Fritsch warnt vor "Drittliga-Szenario"

Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch sieht derzeit im sportlichen Bereich eine prekäre Lage.

Darmstadts Präsident Rüdiger Fritsch sieht derzeit im sportlichen Bereich eine prekäre Lage. imago images

Die Grundsteinlegung als Meilenstein - beim Umbau seines Stadions am Böllenfalltor hat der SV Darmstadt 98 die letzte große Etappe in Angriff genommen. Mit der neuen Haupttribüne, die im Sommer 2022 fertig sein soll, stelle man langfristig die Weichen für die Zukunft, sagte Vereinspräsident Rüdiger Fritsch am Montag. "Es ist schön zu sehen, wie es vorwärtsgeht."

Auf die sportliche Situation trifft das allerdings nicht zu. Vier Punkte trennen die Lilien derzeit noch von einem Abstiegsplatz, die Tendenz mit sieben Niederlagen aus den zehn Ligaspielen im Jahr 2021 geht klar nach unten. "Wir sind absolut problemsensibilisiert", sagte Fritsch, der von einer prekären Lage sprach. Ein Drittliga-Szenario müsse man unbedingt vermeiden. Denn die 3. Liga sei keine Liga, in der man Geld verdiene.

Fritsch: "Vorne stehen die Spieler"

Wie zuletzt bereits Sportchef Carsten Wehlmann nahm der Präsident die Mannschaft in die Pflicht. Zwar habe man in der laufenden Saison kein großes Spielglück gehabt, aber das sei auch gepaart gewesen mit Fehlern der Spieler und der Mannschaft. Die Spieler müssten sich hinterfragen und vor allem ihre Leistung bringen.

Er könne nicht nachvollziehen, dass der Chef - gemeint ist Trainer Markus Anfang - infrage gestellt werde, wenn die Ausführenden Fehler machten, sagte Fritsch. Das Trainerteam arbeite akribisch, man müsse an der richtigen Stelle ansetzen: "Wir müssen nicht hinten anfangen, sondern vorne. Und vorne stehen die Spieler", sagte Fritsch, der auch Mitglied im Präsidium der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist.

Finanziell "definitiv handlungsfähig"

Die neue Haupttribüne soll Platz für etwa 2.900 Besucher inklusive 19 Logen und rund 900 Business-Seats bieten. Auf dem Dach ist eine Fotovoltaikanlage geplant. Die Kosten für die Haupttribüne sind auf rund 26,7 Millionen Euro kalkuliert. Die Gesamtkosten für den Stadionumbau inklusive der Gegentribüne betragen 46,7 Millionen Euro. Die Stadt Darmstadt beteiligt sich mit einem Zuschuss in Höhe von 21 Millionen Euro. Weitere 3,5 Millionen Euro steuert das Land Hessen bei. Die restlichen bis zu 22,2 Millionen Euro investiert der SV 98 mit Eigen- und Fremdkapital.

Der SV Darmstadt 98 habe solide kalkuliert und sei die nächsten Jahre "definitiv handlungsfähig", sagte Fritsch. Wenn das Drittliga-Szenario jedoch einige Jahre anhalten sollte, werde das eine Herausforderung. Dann werde man mit allen Beteiligten, darunter auch der Stadt, nach Lösungen suchen müssen.

Stephan Köhnlein