Bundesliga

Darmstadts erfolgloses Ukrainer-Experiment: Fedetskyy, Oliinyk und Berezovskyi werden den SV 98 wohl verlassen.

Fedetskyy, Oliinyk und Berezovskyi werden den SV 98 wohl verlassen

Darmstadts erfolgloses Ukrainer-Experiment

Zwei aus dem ukrainischen Trio bei Darmstadt 98: Denys Oliinyk (li.) gegen  Artem Fedetskyy.

Zwei aus dem ukrainischen Trio bei Darmstadt 98: Denys Oliinyk (li.) gegen Artem Fedetskyy. imago

Aus dem Trio Fedetskyy, Oliinyk und Berezovsky hat bis heute keiner eingeschlagen; hinter den Kulissen gesteht man sich auch beim SV 98 selbst inzwischen ein, bei diesen Transfers nicht das beste Händchen besessen zu haben. Von den drei Osteuropäern dürfte ab Sommer keiner mehr in Südhessen spielen.

Denn bei allen drei Spielern enden die Verträge diesen Juni. Das gilt auch für Denys Oliinyk, für den in Internet und Printmedien fälschlicherweise immer wieder eine Laufzeit bis 2018 angegeben wurde und wird. "Oliinyks Vertrag läuft zum Saisonende aus", bestätigt Darmstadts Mediendirektor Tom Lucka dem kicker. Über eine automatische Verlängerung, wie sie in manchen Verträgen bei einer bestimmten Zahl von Einsätzen in Kraft tritt, muss sich im Falle des zwölffachen Nationalspielers auch niemand Gedanken machen: Er kam für den SV 98 lediglich dreimal zum Einsatz. Immerhin erzielte er in der Hinrunde nach seiner Einwechslung im Spiel gegen die TSG Hoffenheim den 1:1-Ausgleich in der Nachspielzeit. Ansonsten blieb der 29-jährige Dribbler, der allenfalls in Testspielen seine Fertigkeiten wie Flinkheit und gute Technik andeuten durfte und Anfang des Jahres zudem an einer Knieverletzung laborierte, seit dem vergangenen Sommer stets in der Reservistenrolle.

Das gilt auch in diesen Wochen, da Oliinyk wieder fit ist und der Trainer nicht mehr Norbert Meier, sondern Torsten Frings heißt. Obwohl Frings reichlich experimentiert, erhält Oliinyk bei ihm keine Chance mehr. Dies darf man auch als klares Zeichen werten, dass das Darmstädter Trainer-Team mit dem Ukrainer für die kommende Saison nicht mehr plant.

Kaum eine Verwendung haben dürften die Darmstädter auch für Oliinyks Landsmann Artem Fedetskyy. Zwar ist ihm Liga zwei zuzutrauen, nachdem sich das Tempo in Liga eins für den Rechtsverteidiger oft als zu hoch herausstellte. Doch sind die Darmstädter auf der rechten Seite mit Markus Steinhöfer, Sandro Sirigu und Kevin Großkreutz für die Runde 2017/18 bereits gut aufgestellt, zumal auch noch Immanuel Höhn die rechte Abwehrseite bekleiden kann.

Außerdem erfüllte Fedetskyy die angesichts von 53 Länderspielen in ihn gesetzten hohen Erwartungen nie. Der 32-Jährige kam zwar auf 16 Erstliga-Einsätze und ließ sich zumindest kämpferisch nichts nachsagen. Mit 4,29 hat er aber den viertschlechtesten kicker-Notenschnitt aller Spieler im Darmstädter Kader und dürfte in der nächsten Saison auch ob seines höheren Fußballer-Alters keine Option mehr sein.

Berezovskyi nicht zu bewerten

Nicht zu bewerten ist derweil die Personalie Ihor Berezovskyi: Der dritte Torwart des SV 98 kam über diese Position nie hinaus, an den starken Michael Esser und Daniel Heuer Fernandes nie vorbei und erhielt keinen Pflichtspiel-Einsatz. Allenfalls in Testspielen trug er das Lilien-Dress. Eine Weiterbeschäftigung des 26-Jährigen erscheint ebenfalls äußerst fraglich. Die dritte Torwart-Position - so auch Esser an Bord bleibt - könnte in einem Darmstädter Zweitliga-Kader auch ein noch jüngeres Talent aus Deutschland einnehmen. Allerdings soll es sich im Fall Berezovskyi um einen Vertrag mit überschaubaren Kosten für den SV 98 gehandelt haben.

Jens Dörr